Was sollte ich bei einem Magen-Darm-Infekt tun?
Shownotes
Was hilft bei einem Magen-Darm-Infekt, und wann sollte man mit den Beschwerden zum Arzt? Übelkeit, Durchfall und Erbrechen können den Körper stark belasten. Prof. Andreas Stallmach erklärt, warum Cola und Salzstangen keine gute Idee sind und was Betroffenen stattdessen hilft.
Außerdem in dieser Folge: Darf Metall wirklich nicht in die Mikrowelle?
"Aha! Zehn Minuten Alltags-Wissen" ist der Wissenschafts-Podcast von WELT. Wir freuen uns über Feedback an wissen@welt.de.
Produktion: Luca Besemer Redaktion: Fiona Wink
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00:00:00: Es fängt oft ganz harmlos an.
00:00:02: Erst kummelt der Bauch ein bisschen, dann wird einem irgendwie übel und irgendwann hat man dann so richtig Magendahmen.
00:00:07: Und das kann einen ganz schön ausnocken.
00:00:09: aber wann muss man damit eigentlich zum Arzt?
00:00:11: Was hilft wirklich gegen die Beschwerden?
00:00:13: sind Kohler- und Salzstangen da eine gute Idee?
00:00:15: Das möchte auch unsere Hörerin Biggie wissen, sie hat uns nämlich eine Frage zum Thema Magen-Darm-Infekt geschickt und deshalb beschäftigen wir uns heute damit.
00:00:23: Und später schauen wir uns noch etwas an dass viele von euch wahrscheinlich schon mal gehört haben bloß kein Metall in die Mikrowelle.
00:00:28: aber was ist da eigentlich dran?
00:00:30: Ich bin Fiona Wink und das hier ist AhC Minuten Alltagswissen.
00:00:33: ich freue mich, dass ihr wieder dabei seid.
00:00:36: Aha!
00:00:48: So ein Magen-Darm-Effekt ist wirklich ätzend.
00:00:50: Bei mir ist es immer so, dass mir allein schon beim Gedanken ans Essen schlecht wird, ans Trinken ist irgendwie auch kaum zu denken und eigentlich kann ich nur zu Hause auf dem Sofa rumliegen Und wahrscheinlich kennen viele von euch das auch.
00:01:01: und besonders nervig ist ja eben auch, dass man sich so schnell anstecken kann.
00:01:05: So genannte Noroviren zum Beispiel sind extrem ansteckend!
00:01:08: Und wenn sich jemand irgendwo in der Nähe übergeben muss dann können winzige virushaltige Tröpfchen in die Luft gelangen, die andere dann aufnehmen und sich eben auch anstechen – also es geht wirklich super schnell!
00:01:17: Und gerade dort wo eben viele Menschen zusammenkommen da können sie solche Viren auch deshalb ganz ganz schnell verbreiten.
00:01:23: Aber was hilft denn eigentlich, wenn es einen wirklich erwischt hat und steckt hinter jedem Magen-Dameninfekt immer ein Virus?
00:01:29: Das bespreche ich jetzt mit Professor Steinmach.
00:01:31: Er ist Gastroenterologe und Klinikdirektor am Universitätsklinikum in Jena!
00:01:42: Hallo Herr Prof.
00:01:43: Steinmacher schön dass Sie da sind.
00:01:45: Guten Morgen Frau Wenckich.
00:01:46: freue mich auf den Austausch mit Ihnen.
00:01:48: Herr
00:01:48: Prof.,
00:01:49: Bauchschmerzen Durchfall
00:01:51: oder Übelkeit
00:01:52: woher weiß ich denn da zum Beispiel das Ich ein Magen Damen Infekt mehr eingefangen habe oder vielleicht etwas anderes dahintersteckt?
00:01:58: Schwierige Frage, aber es gibt doch so ein paar Hinweise die für einen Magen-Darm-Infekt sprechen.
00:02:05: Typisch ist ein relativ plötzlicher Beginn mit Durchfallübelkeit Erbrechen manchmal auch Fieber und Bauchkrämpfe Und häufig gibt's einen zeitlichen Zusammenhang.
00:02:18: man hat Kontakt zu jemanden der ganz ähnliche Beschwerden hat in der Familie im Freundeskreis oder man hat etwas Infektiöses gegessen, das wäre dann mehr eine Lebensmittelvergiftung.
00:02:32: Wir wissen dass gerade virale Infekte – ich glaube jeder kennt die Norovirus-Infektion auf dem Kreuzfahrtschiff – dass virale Infekte plötzlich auftreten und immer dann wenn ganz viele Personen auf einem engen Raum zusammen sind.
00:02:50: Sie haben jetzt gerade schon gesagt, wenn viele Personen auf einem Raum zusammen sind.
00:02:54: Aber wie genau steckt man sich denn eigentlich an?
00:02:57: Also die Norovirus-Infektion ist eine Infektion, die als Tröpfcheninfektion übermittelt wird.
00:03:05: Das heißt, die Viren sind in der Luft und wir atmen die ein werden angehustet oder haben sie dann an den Händen und erfassen mit den Hände an den Mund so dass wir die Viren und Bakterien aufnehmen und erkranken.
00:03:24: Wenn wir an die klassischen bakteriellen Infektionen denken, dann sind es meist kontaminierte Lebensmittel also zum Beispiel Tiefkühl-, Geflügelprodukte, die in der Küche auf dem Holzbrett aufgetaut werden große Gefahr dass es zu einer sogenannten Campylobakta-Infektion kommt.
00:03:47: Sind das denn meistens Viren oder meistens Bakterien, kann man das irgendwie sagen?
00:03:51: Oder kann da vielleicht auch einfach Stress oder die Ernährung dahinterstecken.
00:03:55: Also die Daten zu den Gastroenteritiden also den Magen-Damen-Infekten werden in Deutschland ja durch das Robert Koch-Institut für eine Vielzahl von Erregern gesammelt und wenn man sich das anguckt dann sind die Norovieren Campylobacter und Salmonellen deutlich weniger.
00:04:20: Und alles andere, das sind dann tatsächlich Raritäten die sich so auf das Jahr in Deutschland im Tausender oder zweitausender Bereich an Häufigkeiten bewegen.
00:04:32: Okay, gegen Rotaviren kann man ja glaube ich auch sogar impfen?
00:04:34: Gegen Rotavieren kann man impfen und wir sehen deshalb auch dass die Häufigkeit von Rotaviren in den letzten Jahren abgenommen hat.
00:04:44: Das liegt daran Kinder geimpft werden und dann gibt es eine sogenannte Herdenimmunität.
00:04:53: Das heißt, wenn ich in einer Bevölkerungsgruppe ein Teil impfe, kann dieser Teil nicht erkranken.
00:05:01: Und das hat eben auch positive Auswirkungen auf die Menschen, die nicht geimpfet sind weil sie sich natürlich nicht anstecken, wenn einer durch die Impfung geschützt ist.
00:05:12: Das heißt, theoretisch könnte man sagen es könnte in der Hinsicht ein bisschen weniger zu Magendamisch werden kommen vielleicht.
00:05:18: Welche Warnzeichen sollte ich denn dann aber trotzdem ernst nehmen?
00:05:21: Also wann ist es wirklich einfach unumgänglich so einem Arzt zu gehen?
00:05:25: Es gibt sogenannte Alarmsymptome.
00:05:29: Alarmsyntome sind Blut im Stuhl.
00:05:32: Alamsyntom ist ein OS-Fieber Und immer dann, wenn die Beschwerden länger als zwei-drei Tage andauern.
00:05:40: Dann sollte man eine Ärztin aufsuchen.
00:05:44: Es gibt auch Menschen, die sind besonders gefährdet.
00:05:48: Das sind kleine Kinder, Säuglinge, Kleinkinder und das sind ältere Menschen.
00:05:54: Warum?
00:05:55: Weil der Flüssigkeitshaushalt bei Kleinkindern säuglingen und bei älteren Menschen besonders störanfällig ist Und wenn im Rahmen eines Magen-Darm-Infektes dann viel Flüssigkeit verloren geht, sind diese Menschen besonders gefährdet.
00:06:15: Wenn man das jetzt mal hat – es ist ja auch so eine häufige Kinderkrankheit – was hilft denn dann?
00:06:20: Wenn ich erst einmal sage, ich möchte das zu Hause behandeln, dann kennt man die Hausmittel
00:06:23: Cola
00:06:24: und Salzstangen zum Beispiel.
00:06:25: Bringt das wirklich etwas?
00:06:27: Also Cola und Salzstangen, das ist ein echter Mythos.
00:06:32: Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen versucht seit Jahren diesen Mythos zu überwinden.
00:06:43: Nein es hilft nichts!
00:06:45: Und warum hilft das nicht?
00:06:47: Cola hat viel zuviel Zucker und viel zu viel Zucker ist schlecht weil der Zucker im Darm dem Körper zunächst Flüssigkeit entzieht und eigentlich wollen wir ja genau das Gegenteil.
00:07:00: Und Salzstangen enthalten das Natriumchlorid.
00:07:04: Das ist nicht schlecht, aber es fehlen eben andere Salze.
00:07:09: D.h.,
00:07:09: wenn man so ein Magen-Darm-Infekt hat und man will etwas machen oder etwas dagegen tun, dann ist es am besten, man geht in die Apotheke und holt sich eine sogenannte WHO-Rehydrierungslösung d.h.
00:07:25: eine Lösung, die zusammengesetzt ist mit einem optimalen Gemisch aus Zucker, Salzen.
00:07:33: Wenn man das nicht will, wenn man vielleicht nicht so schwer krank ist dann kann man das auch selber machen.
00:07:39: Man nimmt ein Liter abgekochtes Wasser oder Früchte-Tee tut hier sechs gestrechene Teelöffel Zuckerein und einen halben gestrichenen Teelöffekochsalz.
00:07:52: Das ist eine Ersatzlösung die für die ersten zwei drei Tage gut funktioniert.
00:07:59: Das heißt, das heim Rezept bei Magendarmerkrankungen.
00:08:02: Erst mal herzlichen Dank dafür!
00:08:04: Kann ich denn aber jetzt ganz langfristig mein Darm irgendwie widerstandsfähiger machen damit er gegen Krankheitserreger oder diese Beschwerden eben besser zurecht kommt?
00:08:12: Also Sie haben gerade schon gesagt Impfungen, aber kann ich das auch anders machen?
00:08:16: Natürlich, das ist jetzt eine Banalität.
00:08:19: Leben sie gesund, vermeiden sie Giftstoffe, also zum Beispiel zu viel Alkohol ist nicht gut.
00:08:26: Rauchen ist nicht good.
00:08:28: Medikamente, Antibiotika eben wirklich nur wenn es nötig ist.
00:08:34: und das A und O für einen gesunden Darm ist eine gesunde Ernährung.
00:08:39: Und was ist eine Gesunde Ernärung?
00:08:41: Im Grunde genommen ganz einfach.
00:08:43: man sollte so essen wie in Anführungsstriche arme Italiener essen.
00:08:48: Viel Gemüse Viel Früchte, viel Meeresprodukte.
00:08:53: Ganz selten rotes Fleisch, möglichst wenig Wurst.
00:08:58: Warum viel Gemüse?
00:09:00: Warum viel Obst?
00:09:02: Gemüso und Obst enthalten Ballaststoffe.
00:09:07: sind Nährstoffe für die Bakterien im Magen-Darmtrakt.
00:09:11: Und wenn wir eine vielfältige Flora in dem Magendarmtakt haben, wenn wir ein vielfhältiges Mikrobiom haben, dann schützt uns tatsächlich dieses Mikrobiome auch vor
00:09:23: Erkrankungen.".
00:09:25: Das ist doch ein gutes Wort zum Abschluss!
00:09:26: Vielen
00:09:27: herzlichen Dank für die spannenden Einblicke Herr Prof.
00:09:29: Steinmach.
00:09:30: Hat mich gefreut mit Ihnen sprechen zu können?
00:09:33: Also möglichst abwechslungsreich essen und wie unsere Eltern immer so schön gesagt haben, schön viel Obst und Gemüse.
00:09:39: Und damit verlassen wir jetzt den Körper und schauen uns etwas an das in vielen Küchen steht nämlich die Mikrowelle.
00:09:45: Wahrscheinlich haben die meisten von euch schon mal gehört dass man Metall da eben nicht reinstellen sollte.
00:09:49: also lieber den Löffel vorher aus der Tasse nehmen oder die Alufolie weglassen.
00:09:53: aber stimmt das?
00:09:55: Warum ist
00:09:56: es so?
00:09:57: Die kleine Alltagsfrage
00:10:02: Man sollte kein Metall in die Mikrowelle stellen.
00:10:05: Diese Regel kennen wahrscheinlich viele von euch, aber ganz so einfach ist es tatsächlich gar nicht!
00:10:10: Denn Metall ist nicht automatisch ein Problem in der Mikrowell.
00:10:12: Es kommt nämlich ganz darauf an was das für einen Gegenstand ist.
00:10:16: Dazu muss man jetzt erstmal verstehen was in der mikrowelle eigentlich passiert... Die Mikrowlle erzeugt elektromagnetische Wellen und wenn die auf unser Essen treffen dann werden sie vor allem von Wassermolekülen aufgenommen Und die geraten dadurch in Bewegung und geben ihre Energie weiter und so wird unser Essen warm.
00:10:32: Mit Teil reagiert aber ganz anders, es reflektiert nämlich diese Wellen größtenteils und gleichzeitig entstehen an der Oberfläche dann elektrische Ströme.
00:10:40: Und jetzt kommt es auf die Form an – besonders an scharfen Kanten- und dünnen Spitzen können sich nämlich starke elektrischen Felder bilden!
00:10:47: Wenn die Spannung dann ganz groß dort wird kann sie sich eben auch entladen und das sehen wir in Form von Funken.
00:10:53: Und besonders kritisch wird es, wenn solche Funken auf die Metallwände im Inneren der Mikrowelle überspringen.
00:10:58: Denn dann können sogenannte Lichtbögen entstehen, die das Gerät auch beschädigen können.
00:11:02: Aber jetzt kommt das Überraschende!
00:11:04: Ein ganz normaler Löffel in einer Tasse Tee oder Subwürde kann völlig unproblematisch sein, denn da hat ja normalerweise keine scharfen Kanten und Spitzen an denen sie solche Funke bilden können.
00:11:14: Das heißt also, die Regel Metall gehört nicht in die Mikrowelle.
00:11:17: Die stimmt nicht immer!
00:11:18: Bestimmte Metallgegenstände sind einfach gar kein Problem.
00:11:21: Trotzdem solltet ihr euch immer an die Bedienungsanleitung eures Geräts halten und wenn ihr euch irgendwo nicht sicher seid ob ein Gegenstand wirklich Mikrowellen geeignet ist dann lasst ihn lieber draußen.
00:11:33: Und damit war's das auch schon für heute.
00:11:35: Wenn ihr noch Themen oder Fragen habt, die wir hier bei AHA für euch beantworten sollen Dann schreibt sie doch super gerne in die Kommentare Oder schickt uns eine E-Mail an wissenatwelt.de.
00:11:44: Und ich habe noch eine kleine Ankündigung für euch.
00:11:46: Im Januar starten wir eine neue sechsteilige Serie und darin geht es um etwas, dass viele von euch wahrscheinlich kennen.
00:11:52: Wir wissen eigentlich was uns gut tun würde also mehr Bewegung besser schlafen gesünder essen aber im Alltag setzen mir's dann irgendwie nicht ganz so gut um und wie das geht.
00:12:01: Also wie wir an guten Routinen wirklich dran bleiben Das erfahrt ihr dann im Januar Und dafür wollen wir auch eure Fragen mitnehmen.
00:12:07: Also wenn ihr schon immer mal was über Schlaf, Ernährung, Gesundheit oder Training wissen wolltet dann ist das jetzt eure Chance.
00:12:13: schreibt uns gerne eure Fragen dazu in die Kommentare oder auch per mail an Wissenatwelt.de.
00:12:19: Wir freuen uns auf jeden Fall auf euren Nachrichten und ich sage jetzt tschüss!
00:12:22: Ich bin Fiona Wink und wir hören uns hier nächste Woche wieder.
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