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Körperspende: Bekommt der Tod so einen Sinn? (4/6)

Shownotes

Neue Storytelling-Reihe: Wir alle wissen, dass wir irgendwann sterben werden. Und trotzdem weichen die meisten von uns dem Gedanken daran so lange wie möglich aus. Aber was passiert, wenn wir uns unserer Angst vor dem Tod stellen?

Wir Menschen sind wohl die einzigen Lebewesen, die sich darüber bewusst sind, dass sie irgendwann sterben werden. Und genau dieser Gedanke an unsere eigene Endlichkeit, der macht uns Angst. Ein Ort, an dem man dem Gedanken an die eigene Endlichkeit nicht ausweichen kann, ist die Anatomie. Hier lernen künftige Ärzte an den Körpern von verstorbenen Menschen ihr Handwerk.

Dass sie das können, verdanken sie Körperspendern. Menschen, die sich noch zu Lebzeiten dazu entschieden haben, ihren Körper einem anatomischen Institut zu vermachen. Bekommt der Tod so einen Sinn? Um dieser Frage nachzugehen, besuchen wir die Anatomie der Charité Berlin und sprechen mit einer Familie, die ihre Körper genau hier spenden wird. Darum geht es in der vierten Folge von “Warum hast du keine Angst vor dem Tod?”.

“Warum hast du keine Angst vor dem Tod?” ist ein sechsteiliger Storytelling-Podcast von WELT. Jeden Freitag gibt es eine neue Folge. 

Hier findet ihr alle Recherchen und Videos zum Podcast:

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Wenn Ihr Fragen, Anregungen oder Feedback habt, dann kommentiert gerne unter der Folge oder schreibt uns an wissen@welt.de.

“Warum hast du keine Angst vor dem Tod?” ist eine Produktion von WELT.    

Redaktion und Storytelling: Klemens Handke und Sophia Häglsperger

Produktion: Sophia Häglsperger und Sebastian Pankau

Musik und Sounddesign: Sebastian Pankau

Fact-Checking: Imke Rabiega

Cover: Dominik Schmitt und Imke Rabiega

Quellen:   

Körperspendeprogramm der Charité Berlin: https://anatomie.charite.de/fuer_koerperspender/

Impressum: https://www.welt.de/services/article7893735/Impressum.html    Datenschutz: https://www.welt.de/services/article157550705/Datenschutzerklaerung-WELT-DIGITAL.html   

Transkript anzeigen

00:00:01: Wir Menschen sind wohl die einzigen Lebewesen, die sich darüber bewusst sind dass sie irgendwann sterben werden.

00:00:07: Und genau dieser Gedanke an unsere eigene Endlichkeit der macht uns Angst.

00:00:12: Also leben einige von uns so als würden sie niemals sterben Als würde der Tod irgendwie immer nur die anderen betreffen.

00:00:19: In gewisser Weise ist es ja auch pragmatisch Denn unser Verstand der kann sich gar nicht vorstellen wie sein wird irgendwann nicht mehr zu existieren.

00:00:28: Das nennt Philosophen des Sterblichkeitsparadox

00:00:32: Tja, ein Ort an dem man den Gedanken und die eigene Endlichkeit nicht ausweichen kann ist dieser hier.

00:00:39: Und glaub mir das ist echt heftig!

00:00:42: So

00:00:43: jetzt raschelt es natürlich etwas.

00:00:45: Ich würde das jetzt nur halb abdecken.

00:00:47: brauchen Sie eigentlich gar nichts

00:00:49: Dann wird der Geruch fernfehmär.

00:00:51: Ja natürlich Die Folie hält auch ein bisschen

00:00:53: besser.

00:00:53: Das ist irgendwie absurd.

00:00:55: Also für mich ist es trotzdem nicht so eindeutig dass da jetzt ein Mensch liegt.

00:01:00: Ja, es ist aber auch ganz gut so.

00:01:03: Weil es einem dann die Ängste nimmt?

00:01:06: In dieser Folge besuchen wir die Anatomie ein Ort, den sonst nur wenige zu Gesicht bekommen.

00:01:12: Das heißt wenn präpariert wird ... Wenn hier Jep Kurs ist, liegen fünf

00:01:18: Körper.

00:01:19: Die Leichen sind komplett anonymisiert.

00:01:21: Sie geben den Namen ab, wenn sie hier ankommen und bekommen eine Nummer.

00:01:25: Die hintere Zahl ist immer das Jahr, wo sie verstorben sind Und das ist die Eingangsnummer.

00:01:31: Es war Leiche, vorallem bei uns Leiche ¾ im Jahr ¢.

00:01:35: Diese Leiche – die Clemens und ich hier in der Anatomie gezeigt bekommen – ist eine Körperspende.

00:01:41: Diese Person hat sich zu Lebzeiten dazu entschieden, ihren Körper nach dem Tod der Wissenschaft zu vermachen, damit Studierende daran lernen dürfen.

00:01:49: Was hat sie dazu bewegt?

00:01:53: Das werden wir nie erfahren!

00:01:55: Aber wir können mit einer Familie sprechen, die sich vor Kurzem als Körper-Spender registriert hat.

00:02:00: Später wird also hier in diesem Saal ein Medizinstudent auch ihr Herz oder ihr Gehirn an seinen Händen halten und so den Grundstein für seine Tätigkeit als Arzt legen.

00:02:09: Draußen, an der Fassade der Anatomie steht auf lateinisch Einsatz.

00:02:13: Hier ist er Ort, an dem der Tod sich freut, dem Leben zu helfen.

00:02:17: Bekommt der Tod hier also einen Sinn?

00:02:21: Ich bin Sophia Hegelzberger Podcast-Redakteurin bei Welt, Business Insider und Politiko.

00:02:26: Und ich bin Clemens Handke, Redakteur bei Welt & Business Insiders.

00:02:29: Für diesen Podcast treffen wir Palliativmediziner, Hospizmitarbeitende, Bestatterinnen, Sterbende, Trauernde Menschen die dem Tod sehr nah waren und andere, die sich unsterblich machen wollen.

00:02:41: Wir möchten herausfinden was nimmt dem Tod den Strecken?

00:02:44: Wovor haben wir Angst?

00:02:46: Was passiert mit unserer eigenen Angst wenn wir den Tod nicht ausweichen sondern ihm wirklich begegnen?

00:02:52: Das ist Folge vier von Warum hast du keine Angst vor dem Tod?

00:02:56: Was bleibt?

00:03:06: Jana Langheinrich hält uns einen grünen Kittel entgegen.

00:03:09: Er ist hinten offen, man fixiert ihn mit dünn Bändchen am Rücken.

00:03:13: Handschuhe bekommen wir auch!

00:03:14: Mir ist sofort warm unter den Plastik und meiner Händefang anzuschwitzen...

00:03:18: Es ist nämlich Hochsommer Und wie es in einem Präpariersaal der Berliner Charité.

00:03:23: hier lernen Medizinstudenten die menschliche Anatomie kennen.

00:03:26: Aber gerade ist Prüfungszeit also sind nur wir hier Denn wir wollen wissen, wie das ist mit einem medizinischen Blick auf den leblosen Körper zu gucken.

00:03:34: Vielleicht kann diese Perspektive auf den Tod unserer Berührungsängste ein wenig abbauen?

00:03:39: Genau die hat Jana Langheinrich nicht mehr!

00:03:42: Seit dreißig Jahren arbeitet sie mit verstorbenen Menschen.

00:03:45: Mein Name ist Jana Langheinrich Ich bin neunundvierzig

00:03:49: Jahre alt

00:03:50: und bin hier

00:03:51: am Institut für Anatomie Die medizinische Sektions- und Präparationsassistentin Und ich hab auch noch den des Sekretariats für die Körperspende.

00:04:01: Diana Langheinrich melden sich also Menschen, die gerne Körperspender werden möchten und gleichzeitig ist sie Präparatorin.

00:04:08: Das heißt, sie macht aus verstorbenen Körpern wissenschaftliche Präperate.

00:04:13: Langheinrig hat lange braune Haare und für mich strahlt sie absolute Ruhe aus!

00:04:18: Sie wird uns mitnehmen ihren Berufsalltag... ...und wir nehmen euch mit.

00:04:26: Schauen wir uns erst mal um.

00:04:28: Der Präferiersaal ist recht groß und hell.

00:04:31: Fünf Metalltische stehen im Abstand von ca.

00:04:33: drei Metern entlang einer Fensterfront, und auf so einem Präpariertisch stört Frau Langheinrich jetzt auch zielstrebig zu – wie denn da her?

00:04:41: Darauf liegt ein Körper!

00:04:43: Als wir näherkommen ist es direkt kühler, denn über dem Tisch summt eine Art große Abzugshaube.

00:04:50: Macht man das wegen des Geruchs oder

00:04:52: wegen der Chemikalien?

00:04:53: Wir benutzen Formaltehilt und Alkohol und Formaldehilt verdampft bei achtzehn Grad... Und weil Formaldehyd nicht ganz so gesund ist, deswegen ist Klimatisierung damit ihr unter achtzehn Grad bleiben und die Lüftung damit die Luft abgezogen wird.

00:05:12: Alkohol- und Formalderhyd das wurde benutzt um den Körper haltbar zu machen Denn hier liegen nicht einfach normale Leichen.

00:05:20: Es sind präparierte Körperspenden Aufbereitet für medizinische Lehrer.

00:05:25: Deswegen auch die Schutzkleidungen.

00:05:26: aufgrund des Mittels

00:05:28: Auch

00:05:28: ja, aber eigentlich sind die Handschuhe.

00:05:30: Früher hat man ohne Handschuhen präpariert, weil man ein besseres Gefühl dafür hatte.

00:05:34: dann ... Weil die Leichen an sich steril sind durch die Konservierung.

00:05:39: Die Handschuher und die Schutzkleidung ist um die Leiche vor uns zu schützen.

00:05:43: Die mehr Hände drauf rumfummeln, umso kontaminierter wird sie.

00:05:49: Und sie muss ja zwei Semester halten.

00:05:51: Die bleibt jetzt noch vier Wochen bis der nächste Prüfungszyklus durch ist.

00:05:56: Danach wird es die restlichen beigesetzt und dann wird hier neu bestückt.

00:06:00: Das heißt, wenn präpariert wird?

00:06:02: Wenn hier der Kurs ist, liegen hier fünf Körper ...

00:06:07: In dem Saal jetzt ja!

00:06:09: Dann kommt man her und sieht eine Person, die ist ein Sechzig vielleicht.

00:06:13: Es

00:06:13: ist ne kleine Dame hier, ja.

00:06:15: Ganz genau das Präparat nennt sich Feuchtpräparate Und deswegen ist es so in den Folien abgedeckt und die Tücher sind feucht gehalten.

00:06:25: Ich beschreibe euch jetzt am besten noch mal, was wir hier genau gerade sehen.

00:06:28: Vor uns liegt eine kleine schmale Person.

00:06:31: Eine Dame sagt uns Langheinrich Aber eigentlich sehen wir erst einmal nur die Dimension ihres Körpers Denn der ist komplett in eine durchsichtige Plastikplane eingewickelt.

00:06:41: Trotzdem trinkt ein ganz spezieller Geruch zu mir durch Irgendwie süßlich.

00:06:47: An den Geruch kann ich mich auch noch lange nachher erinnern.

00:06:49: Langheinich erklärt uns Das ist eine Mischung aus menschlichen Gewebe, Medikamenten und Konservierungsstoffen.

00:06:57: An der Innenseite der Folie haben sich Tropfen gebildet, darunter sehe ich so weiße feuchte Tücher.

00:07:03: Irgendwie muss ich sofort an eine Mumie

00:07:05: denken.".

00:07:06: Und gerade ist da ja noch so viel eingewickelt dass ich irgendwie nach gar nicht so richtig die Assoziation mit einem Menschen habe.

00:07:13: Also so werden sie gelagert während nicht daran gearbeitet wird und wenn der Kurs anfängt dann wird es rausgeholt, wird ausgewickelt und dann wird in der Zeit je nachdem was es ist Trank präpariert oder unterrichtet je nachdem.

00:07:27: Also wollen wir sie jetzt auch auswickeln?

00:07:29: Schließlich sind wir ja ein bisschen neugierig.

00:07:34: Jetzt raschelt es natürlich etwas, ich würde das jetzt nur halb abdecken.

00:07:39: Langheinrich entfernt die Folie und die Tücher... ...und dann liegt der nackte Körper vor uns!

00:07:44: Die Haut ist zum größten Teil entfernt.

00:07:47: Bees, braune Muskel sind freigelegt.

00:07:49: Man sieht die einzelnen Fasern, die Seen, die Rippen Immer mal wieder etwas gelbes Fettgewebe.

00:07:55: Die Studierenden haben mir schon fleißig gearbeitet, es gibt tiefe Schnitte am Brustkorb und am Bauch und was mir auch sofort auffällt das Gewebe sieht untypisch aus.

00:08:06: die Konservierung hat der Leichen nämlich die Farbe entzogen vom alte Hüt zerstört.

00:08:10: den roten Blutfarbstoff erfahren wir von Langheinrich.

00:08:13: Deswegen ist alles so beichbraun.

00:08:14: man sieht nichts Rotes

00:08:16: und Rot

00:08:18: ist so die Signalfarbe und fehlt hier Und dadurch wirkt der Leichnam nicht echt.

00:08:23: und das hilft aber vielen, weil sie sich das ganz anders vorgestellt haben.

00:08:27: Ja mir hilft es gerade auch denn das ist für mich eine Ausnahmesituation.

00:08:32: da liegt ein echter Mensch vor uns, der hat mal geatmet und gelacht und trotzdem ist der Körper den wir hier sehen ganz weit weg von einem lebendigen Menschen.

00:08:41: Was mir ist dabei hilft, eine gewisse Distanz zu bewahren.

00:08:44: Dass das Gesicht abgedeckt ist?

00:08:46: Das hab ich auch mit Absicht gelassen.

00:08:47: Gesicht ist noch mal heftiger natürlich, weil Gesicht verbindet man mit ganz viel Emotionen und so weiter.

00:08:54: Deswegen lasst

00:08:54: mal das erst

00:08:55: mal hinzu!

00:08:56: Ich glaube es ist besser so.

00:08:58: Denn ohne das Gesicht gibt's hier etwas, was mich gerade ziemlich irritiert.

00:09:02: Ist echt verrückt, findest du bald nicht runtergeguckt... Also diese Hände da ist wieder ganz deutlich ein Mensch

00:09:11: Kribbelig im Bauch?

00:09:12: Ja, weil ... Hier sieht man, da sind die noch nicht so weit.

00:09:17: Und hier sieht man dann auch die Veränderung der Haut durch die dauerhafte Feuchtigkeit, das nennt sich Waschandschuhe.

00:09:23: Das ist wie wenn man zu lang unter Wasser

00:09:25: ist?

00:09:25: Genau, gleich!

00:09:25: Wenn man lange in einer Badewanne liegt, kriegt man Kruschelhände und das haben die auch Kruschelhänden und Kruschelfüße.

00:09:32: Das aber normal.

00:09:35: weil die Haut an den Händen anders als am restlichen Körper noch nicht entfernt wurde.

00:09:47: Diese Haut ist grau und hat doch die ganz unverwechselbare Struktur von menschlichen, strumplichen Händens.

00:09:54: Und das sieht irgendwie aus ... ja, es wird das Präparat menschliche Handschuhe tragen!

00:10:00: Ich weiß ein ziemlich schräges Bild... Aber für mich ist das gerade wie ein kleiner Glitch in der Matrix.

00:10:06: Kurz wird einem wieder klar – hier liegt Mensch.

00:10:10: Schau ich auf den ganzen Körper….

00:10:11: Ist da aber diese Entfremdung?

00:10:13: Dieses Gefühl von, das ist ein Forschungsobjekt im Präparat.

00:10:18: Und beide stimmt irgendwie gleichzeitig.

00:10:20: Ihr merkt schon, dass es alles ganz schön viel auf einmal.

00:10:23: Bei mir kommt währenddessen eher so der Entdecker dran raus.

00:10:27: Man kann ja schon so ein bisschen reingucken im Brustkorb da ... Soll

00:10:31: ich mal aufmachen?

00:10:32: Ja!

00:10:32: Das wird auch immer so präpariert, wie gesagt sie ist jetzt hier schon ein Semester präperiert worden aber es ist alles soweit erhalten, dass sich immer noch alles nachvollziehen kann.

00:10:43: Also es wird nix alles weggeschnitten, sondern ist immer so Klappprinzip.

00:10:47: Man kann alles noch mal zurückrecapitulieren.

00:10:51: Ist ja einfach kürzlich die Bauchdecke aufgeklappt?

00:10:54: Ganz genau und gucken jetzt in beide Körperhöhlen in den Brust- und in den Bauch ... Und sieht dann auch passend alle Organe!

00:11:03: Sieht ihr die beiden Lungen hier das Herz im Herzbeutel der schon eröffnet.

00:11:07: Hier sieht man die Leber, die Galenblase... Hier ist der ganze Darm Das sieht man denieren, Bauchspeicheldrüse.

00:11:15: Hier ist der Magen die Milz.

00:11:19: Da haben wir eine ganz komische Konsistenz.

00:11:22: Der Darm?

00:11:23: Ja das sieht irgendwie...

00:11:24: Er ist leer, ganz genau.

00:11:26: Darf dich kurz anfassen?

00:11:27: Ja klar!

00:11:29: Und da lernt man dann wahrscheinlich auch viel über ne Person also wie sie gelebt hat was sie für Krankheiten hatte ob sie Raucher war.

00:11:35: Man findet eine Menge Sachen, die nicht im Leichenschausschein stehen.

00:11:38: Das stimmt!

00:11:39: Spekuliert man ein bisschen was die Person vielleicht für den Sport gemacht hat oder ob sie gesund gelebt hat?

00:11:45: Ja natürlich

00:11:46: das ist eigentlich Dauerthema.

00:11:48: Die Studenten kriegen ja dann paar Informationen also wie alt derjenige war und was für ne Todesursache im leichen Schauschein steht aber viel mehr bis weiß man auch nicht.

00:11:59: Die Leichen geben den Namen ab, wenn sie hier ankommen.

00:12:02: Sie bekommen eine Nummer und bei uns leiche ist es im Jahr nirgendsundzwanzig.

00:12:08: Ich sage es euch wie's ist?

00:12:09: ich muss mich erst mal aus unserer kleinen Tour ausklinken und hinsetzen mir schwindelig geworden.

00:12:16: gerade besprechen wir noch die inneren Organe und dann überlegt man wer ist diese Frau eigentlich?

00:12:23: Nichts deutet darauf hin was ihr immer wichtig war ob sie hinterbliebene hat.

00:12:28: Und trotzdem kommt man ihr hier so unglaublich nah.

00:12:32: Ich frag mich, was hat sie dazu motiviert sich zu spenden?

00:12:35: Das weiß ich am Institut auch Jana Langheinrich.

00:12:38: Denn sie prepariert nicht nur die verstorben Körper, die dann in dem Saal zum Einsatz kommen, indem wir gerade stehen!

00:12:44: Sie regelt alles organisatorische und administrative rund um das Körperspende-Programm der Charité.

00:12:50: Heißt, sie nimmt neue Spender die Kartei auf... ...und spricht mit den Angehörigen und den registrierten Körperspendern.

00:12:57: Eine krasse Doppelrolle, finde ich.

00:12:59: Aber wir verlassen jetzt erst mal den Präpariersaal und setzen uns mit Frau Langheinrich zum Gespräch in einen so richtig schön alten holzwertifelten

00:13:07: Lehrraum.".

00:13:12: Für die wissenschaftliche Lehre, Weiterbildung und Forschung ist die Charité auf Körperspenden angewiesen.

00:13:18: Das läuft über eine Vereinbarung zur Körperspende.

00:13:21: Die unterzeichnen die Körperspender mit dem anatomischen Institut.

00:13:24: zu Lebzeiten Kann natürlich auch jederzeit wieder zurückgezogen werden

00:13:36: Langheinrich?

00:13:37: So geht's bei Jana Langheinrich mehrmals am Tag.

00:13:39: Also man hat das

00:13:40: Telefon die ganze Zeit

00:13:42: und da rufen

00:13:43: viele, viele Leute an, die viele Fragen

00:13:45: haben...

00:13:45: Zum Beispiel Menschen, wie gerne Spender werden würden!

00:13:49: Mit ihnen klärt Langheinerich dann erst einmal die Voraussetzungen für das Körperspendeprogramm.

00:13:53: Die Charitäne nimmt zum Beispiel grundsätzlich erst Menschen ab dem sechzigsten Lebensjahr in ihre Kartei auf.

00:13:59: Der Wohnsitz muss im Berlin oder dem Umland sein Und starkes Über- oder Untergewicht sind ebenfalls Ausschlusskriterien.

00:14:06: Für die Vereinbarung organisiert Langheinrich die nötigen Dokumente und bespricht mit den Spendern die Wünsche zur späteren Bestattung sowie die Ansprechpartner am Tonespall.

00:14:15: Mit Abschluss der Vereinbarungen werden außerdem die Bestattungskosten fällig, die tragen die Körperspender selbst!

00:14:21: Vorgesehen ist standardmäßig eine einfache BestattUNG ab Eintausend dreinhalb Euro auf einem städtischen Friedhof.

00:14:27: Wer etwas anderes möchte, der kann es natürlich auch vereinbaren.

00:14:31: Die Körperspender selbst erhalten kein Geld für ihre Spende.

00:14:35: Und dann ist man Spender, die bekommen ihre Spenderausweise?

00:14:38: Das sind noch richtige Stück Papier oder...

00:14:40: Genau das ist so ein kleiner Ausweis wo drauf

00:14:43: steht dass sie Körperspender sind mit der Telefonnummer wo im Falle des Verstärms angerufen werden soll.

00:14:50: Seinen Ausweis kennt ihr vielleicht von der Organspende.

00:14:53: ich hab auch so einen Aber.

00:14:55: über die Möglichkeit, seinen ganzen Körper nach dem Tod zu spenden habe ich vor unserem Besuch in der Anatomie noch nie nachgedacht.

00:15:02: Aber laut Langheinrich interessieren sich viele Menschen für die Möglichkeit der Körperspende.

00:15:07: Manche sind ziemlich allein und es ist ich kinderlos oder der Ehepartner ist schon verstorben.

00:15:12: Das ist der normale Arbeiter, der sein ganzes Leben erlohgt hat und sagt auch ich möchte was tun.

00:15:20: Das ist der Wissenschaftler, der sein Leben lang da gearbeitet hat und sagt, ich gebe was zurück.

00:15:27: Ganz unterschiedlich!

00:15:29: Ich habe ja meine eigene These, warum sich vielleicht all diese Menschen so als juristisch zur Verfügung stellen?

00:15:35: Voll oft geht der Tod auch mit so einer Bedeutungslosigkeit einher.

00:15:39: Da haben ja viele Menschen Angst davor.

00:15:42: Bekommt der toten Zweck mit der Körperspünne kann man sich damit auch ein bisschen trösten...

00:15:47: Ja also kann ich mit Ja beantworten, ist vielleicht nicht bei jedem der Hintergedanke aber viele sagen das auch.

00:15:55: Da kann ich nach meinem Tod noch was Gutes machen da bin ich noch zu etwas zu gebrauchen.

00:16:00: Das sind so Sätze die schon oft fallen.

00:16:02: also ja ich glaube schon dass sich die Leute darüber Gedanken machen.

00:16:07: Und noch etwas begegnet Langheinrich immer wieder in ihren Gesprächen.

00:16:11: Die Kopperspender wollen selbstbestimmt entscheiden wie es mit ihnen nach dem Tod weitergehen soll

00:16:19: ihren

00:16:19: Tod oder ihr Ableben gestalten.

00:16:21: Das wird immer mehr und dann kommen wir auch auf uns, und dann rufen sie bei uns an.

00:16:27: Viele sagen halt auch wenn der Vorgang abgeschlossen ist und die Spendeausweise bekommen, ah sehr schön!

00:16:33: Dann kann ich da jetzt einen Haag machen, jetzt ist alles geregelt.

00:16:36: das erleichtert mich sehr

00:16:41: Moment mal.

00:16:42: Ich muss sofort an einer Sterblichkeitsparadox denken.

00:16:45: Erinnert Ihr euch?

00:16:46: Die Tatsache, dass wir uns unsere Endlichkeit nicht vorstellen können und den Gedanken daran aus Lorda über Forderung gerne wegschieben?

00:16:53: Diese Leute die sich bei Langheinrich melden scheinen es genau anders zu machen.

00:16:58: Sie beschäftigen sich teilweise noch lange bevor sie sterben damit wie's nach dem Tod mit ihrem Körper weitergehen soll Und sie halten das schwarz auf weiß fest bezahlen sogar schon die Beerdigungsgebühren.

00:17:09: alles geregelt also und ich verstehe all das irgendwie.

00:17:13: Das klingt super!

00:17:14: Mit dem eigenen Tod was Gutes zu tun.

00:17:16: Vielleicht gibt uns das auch ein kleines Stück Kontrolle über etwas zurück, dass sich ansonsten unserer Kontrolle entzieht.

00:17:22: Ich kenne aber niemanden der das je gemacht hat und deshalb würde ich total gern einen Körperspender

00:17:27: kennenlernen.

00:17:29: Langheinrich verspricht uns zu gucken was sie für uns tun kann, senkt unsere Erwartung aber eher.

00:17:34: Doch dann passiert es tatsächlich!

00:17:37: Einen Monat später meldet sie sich mit den Kontaktdaten von Familie Mayves.

00:18:02: Clemens und ich steigen in den sechsten Stock eines Mehrfamilienhauses im Berlinspandaum Kein Aufzug.

00:18:16: Elke Meilbess hat uns eingeladen, sie und ihre Familie kennenzulernen.

00:18:21: Wo

00:18:22: wollt ihr

00:18:22: ärgern?

00:18:24: Ihr könnt rein.

00:18:24: Ja, du könnt euch anlassen.

00:18:27: Was

00:18:28: wollt ihr trinken?

00:18:29: Kaffee, Wasser, Tee, Saft ... Wasser?

00:18:34: Wir setzen uns an den gedeckten Ess-Tisch.

00:18:35: Keks und Knabberzeug stehen bereit und machen erst mal eine kleine Vorstellungsrunde.

00:18:40: Ich kenne ja eigentlich nur

00:18:41: deine Älke.

00:18:41: Kinder!

00:18:43: Keine Ahnung.

00:18:45: Ja, aber alle nennen mich Ken.

00:18:46: Ken?

00:18:46: Okay.

00:18:49: Und eure

00:18:49: Tochter?

00:18:50: Angie, Angelique.

00:18:52: Sophia und ich sitzen also Ken-und Elke gegenüber.

00:18:55: Angie ist gerade in der Küche und holt noch Kaffee bevor sie sich auch zu uns setzt.

00:18:59: Wir sind heute in Angies Wohnung denn Elke und Ken fahren ein paar Tage den Urlaub.

00:19:04: Genau.

00:19:04: Zuerst aufs Rollen dann die Schweiß und dann ja lümmeln wir in Spanien rum mit einem ausgebauten Sprinter.

00:19:12: Na, aber dieses Jahr ist es

00:19:14: so.

00:19:14: Dass die auf Rente sind?

00:19:16: Ist auch sehr spannend für

00:19:18: uns!

00:19:18: Erst mal loszuhören

00:19:19: und... Das erste Mal?

00:19:20: Ja, das erste Mal genau.

00:19:22: Und los haben gar nicht diese Wange wieder geholfen.

00:19:24: Das ist ein Logos!

00:19:26: Ken und Elke sind beide fünfundsechzig ...und neuerdings also frisch in Rente.

00:19:31: Ich finde, dass sieht man ihnen an.

00:19:33: Die beiden sind in bester Laune.

00:19:35: Elke hat sich ein bisschen schick gemacht Und Ken trägt lässig seine Sonnendrille auf dem Kopf.

00:19:40: Beide sind sommerlich gebräunt Und vor kurzem haben sie bei Jana Langheinrich an der Charité ihre Körperspendevereinbarungen unterschrieben.

00:19:47: Und auch

00:19:49: Elke's Mama, der Papa eigentlich auch und davor sogar schon Elkes Oma.

00:19:54: von der haben Sie überhaupt die Idee!

00:19:56: Sorry es geht ein bisschen drunter und rüber.

00:19:58: ich würde sagen darauf solltet ihr euch jetzt generell einlassen.

00:20:02: Normalerweise bereiten wir als Journalisten unsere Fragen vor überlegen uns was wir wissen wollen.

00:20:07: aber ich sage mal so Manchmal gibt's Gespräche, da sitzt man auf einmal am Beifahrersitz und hört einfach nur staunt zu.

00:20:14: Die Malwest reden nämlich ganz anders über den Tod als Sophia und ich das kennen ... Und ihr vielleicht auch?

00:20:20: Aber das hört ja jetzt!

00:20:22: Also wie kam es, dass sich die Malwest bei Frau Langheinerich gemeldet haben?

00:20:27: Meine Eltern haben sich vor ... vierzig Jahren, sechsundachzig war das der Anfang, hatten sie sich schon für das Institut halt angemeldet.

00:20:37: Und in den vierzig Jahren gerät das ein Vergessenheit.

00:20:40: Das heißt schon Elkes Eltern waren Körperspender, aber vor zweieinhalb Jahren als der Vater von Elke verstirbt hat es irgendwie niemand mehr auf dem Schirm!

00:20:49: Man hatte vergessen dass der Papa registrierter Körper-Spender war.

00:20:53: Sein Leichnamen wurde also ganz normal beigesetzt.

00:20:56: Ein paar Jahre später erinnert sich Elkes Mama wieder an die Körperspende und für sie steht fest Sie möchte unbedingt sich erstellen dass ihr Körper irgendwann an die Wissenschaft geht.

00:21:06: Also spricht sie mit Elke.

00:21:08: Es gibt aber ein Problem, Elkes Schwester Tienchen.

00:21:12: Die jüngste Schwester war so voll dagegen und dann habe ich gesagt, wenn Tienchens so abrupt dagegen ist kann ich das nicht festmachen.

00:21:21: Wir müssen mit Tienchin reden.

00:21:22: Was sind ihre Sorgen?

00:21:23: Tienchiens

00:21:24: Sorgen, dass der Körper ihrer Mutter an der Charité ist für mindestens zwei Jahre nach dem Tod.

00:21:31: Das heißt erst einmal keine normale Beerdigung Und ich vermute, doch eine ganze Menge Kopfkino was mit der Mutter dort so passiert.

00:21:38: Weil klar das ist ne besondere Situation für die Interbliebenen.

00:21:43: Tientchen jedenfalls hat Angst davor zweimal trauern zu müssen.

00:21:46: Einmal wenn ihre Mutter verstirbt und einmal wenn sie nach der Zeit einer Anatomie beigesetzt wird.

00:21:51: Das Kapitel kann also nicht einfach wie gewohnt abgeschlossen werden

00:21:55: Wobei ganz so einfach lässt sich Trauer eh nicht abschließen.

00:21:59: Das haben wir in der vorherigen Folge gelernt.

00:22:02: Wenn ihr mehr darüber wissen wollt, wie wir mit Trauer und Abschied umgehen, dann hört doch mal in unsere Folge drei rein.

00:22:08: Aber zurück zu Tinchen!

00:22:10: Irgendwann lässt sie sich doch überzeugen und gibt ihren Segen Und Elke will die Chance nutzen und auch gleich selbst eine Körperspende vereinbarung machen.

00:22:18: Als sie mit ihrem Partner kennspricht ist auch der gleich begeistert.

00:22:21: Er fand schon immer die Körperweltenausstellung faszinierend und hatte Lust damit zu machen.

00:22:26: Dann mach ich das Ding fest, hab mit kennengesporen.

00:22:29: Wir machen das auch gleich?

00:22:30: Wenn wir schon da hingehen ...

00:22:31: Wenn nicht Körperwelten, dann wenigstens Kafferspäne.

00:22:35: Genau!

00:22:36: Also meldet Elke im Sommer-Sommer-Zweißen-Zwanzig nicht nur ihre Mama, sondern auch gleich sich und ihren Partner Ken mit an.

00:22:43: Für ihre fortyfünfjährige Tochter Angie war es im Gegensatz zu Tienchen gar kein Thema, erzählt Elke.

00:22:49: Und die Reaktion von dir fand ich auch cool, dass du dir sagst, dass so lange ich dich beschalt kriege den ich noch in der Wissenschaft liege und auch da war, ne?

00:22:58: Ja genau.

00:22:59: Also ich hab eigentlich erlänger was von hier ehrlich gesagt.

00:23:03: Angie hat also das Gefühl durch die Körperspende sogar länger etwas von ihrer Mama zu haben.

00:23:08: Und auf die spätere Beisetzung ist für sie kein Problem.

00:23:11: Das ist ihr Weg und den lauf' ich mit ihr mit!

00:23:13: Und habe

00:23:14: kein

00:23:14: Problem damit dass es erst später ist weil

00:23:16: wir jetzt ja was für was Gutes

00:23:17: tun.

00:23:18: Ich

00:23:18: mein Sie ist so oder so nicht da.

00:23:19: ehrlich

00:23:20: gesagt so...

00:23:21: Ja,

00:23:22: Tod ist tot.

00:23:23: Im Hause Malwest ist der Tod sicherlich kein Tabuthema.

00:23:26: Das merkt ihr wahrscheinlich schon.

00:23:28: Tochter Enge und Elke haben sich schon oft darüber unterhalten wie sie sterben wollen oder wie es nach dem Tod mit ihnen weitergehen soll.

00:23:34: Planen wir schon alles?

00:23:35: bezahlen wir schon all das?

00:23:36: Wettchen Blube blablabla war ziemlich anstrengend ehrlich gesagt ne?

00:23:41: Und als die damit kam, war das für mich eine Befreiung!

00:23:44: Ehrlich gesagt,

00:23:45: geil.

00:23:46: Eigentlich?

00:23:47: Ich brauch nichts machen

00:23:48: und wir tun auch noch was Gutes!

00:23:50: Mega

00:23:51: bei

00:23:51: Sofort

00:23:51: Begeistert.

00:23:52: Also die sollen sich eigentlich mehr mit unserem Leben befassen, wenn wir nicht mehr da sind, mit dem wir hinterlassen als mit unserem Tod.

00:24:01: Und deswegen für mich ist das extrem wichtig und das ist unabhängig von der Charité dass wir das so verpacken, dass Engi weder kosten noch irgendwelchen Stress hat.

00:24:14: Für die beiden ist die Körperspendevereinbarung eine echte Erleichterung.

00:24:18: Ein

00:24:18: zu du weniger, check!

00:24:20: Das hat uns ja auch Frau Langheinrich von Ihren Gesprächen mit anderen Spendern berichtet.

00:24:25: Aber seitdem ich diese Entscheidung getroffen habe so ist das so clean bei mir,

00:24:28: naja?

00:24:29: Es heißt es wie die Wissenschaft.

00:24:31: So, das macht wirklich Sinn.

00:24:33: also ich hab das auch wirklich... bin so erleichtert weil da so einen Sinn jetzt machen muss, wenn es daran geht

00:24:39: Da werden wir noch mal benutzt.

00:24:42: Von der Gesellschaft!

00:24:45: Übrigens, Elke und Ken haben sogar eine Sondervereinbarung unterschrieben.

00:24:49: Sie stellen ihren Körper der Charité für zehn Jahre zur Verfügung.

00:24:53: Wenn schon denn schon

00:24:54: Wir wären ausgestellt.

00:24:56: Und da oben stehen

00:25:02: zehn

00:25:05: Jahresvertrag.

00:25:07: Ist doch dieser, wenn es zehn Jahre sind, dass man quasi in die Ausstimmung kommt?

00:25:12: Ja

00:25:13: genau und das ist auch umständlich.

00:25:16: Für dich eine Bewertung vorher immer.

00:25:19: Geilt mir das zum Aussteilen?

00:25:21: Das

00:25:21: machen die schon.

00:25:22: Aber die Chancen sind ziemlich groß!

00:25:24: Und weißt du, dass dir das... wenn du so was für das Gefühl gibst,

00:25:27: ich kann doch eh nicht leben.

00:25:29: Ja.

00:25:29: Einfach nur so...

00:25:31: Na

00:25:32: ja... Ich hatte sie nie... Du weißt schon, wie

00:25:33: ich weiterrückte.

00:25:34: Natürlich

00:25:35: lebe ich nicht so.

00:25:36: Obwohl, vielleicht will ich dann mal... Mit so einem linken Lebergliss.

00:25:44: Wie ist das?

00:25:44: Es können nicht alle Leute sagen, es stimmt so.

00:25:47: Ja, vielleicht passiert er doch!

00:25:48: Aber so sehen wir das.

00:25:53: So eine Erhaltung.

00:25:55: was ein großer Kugel.

00:25:57: Ich bin auch noch ein Student da und guckte und war beeindruckt.

00:26:01: Deswegen stelle ich mich gerne so

00:26:02: dafür hin.

00:26:04: Ich stelle mir auch vor, dass irgendwelche Zellen von mir aufgehoben werden und wir uns im Reagenzlesern nebenan.

00:26:10: Also wie haben die verrückt euch?

00:26:12: Ich bin da auch ... Ich romantisiere das sogar!

00:26:15: Weil wir so ein Liebespaar sind.

00:26:16: Und

00:26:16: dann finden Sie denn unsere DM-Mars und Kronen.

00:26:22: Ja, dann kommen wir wieder.

00:26:26: Ansonsten ist

00:26:27: der

00:26:27: Tod

00:26:28: für mich wie so ein Traumloser

00:26:30: Schaf.

00:26:32: So ne?

00:26:33: Also vor dem Tod selber habe ich so null Angst, weil das merke ich.

00:26:39: Ihr merkt wir nehmen hier im Küchentisch so richtig Fahrt auf.

00:26:42: Elke sagt sie hat ein bisschen das Gefühl sich mit der Körperspende unsterblich zu machen und sie freut sich drauf, romantisiert die Vorstellung sogar von Angst vor dem eigenen Tod keine Spur!

00:26:53: Und ich meine so ein

00:26:54: bisschen

00:26:55: stimmt der Gedanke mit der Unsterblichkeit auch?

00:26:57: Die Körperspende ist etwas dass weit über den Tod hinauswirkt.

00:27:01: An den Körpern der Spender lernt eine neue Generation von Medizinern, wie der menschliche Körper aufgebaut ist und wie sie Menschen später bestmöglich behandeln können.

00:27:09: Das kennt auch Elke selbst!

00:27:11: Während ihrer Ausbildung als Intensivkranken-Schwester stand sie auch schon im Präpariersaal.

00:27:15: Als kleine krankelige Schülerin so halt, ne?

00:27:18: Damals war ich siebzehn, achtzehn... Ich fand das unheimlich spannend und es war einfach mal ... in live statt aus den Büchern

00:27:27: mal

00:27:28: live zu sehen bei einer Sektion und das dann wird erklärt, kriegst.

00:27:32: Das öffnet so ein Brain-Opener ja?

00:27:34: Ich find das spannend weil ihr redet schon so oft über das Thema Tod.

00:27:37: was passiert mit mir mit meinem Körper?

00:27:39: danach macht gerade Witze und alles.

00:27:41: Was glaubt ihr, warum ist das so bei euch?

00:27:42: Wir kommen ja aus der Medizin an sich.

00:27:44: Ich bin auch noch Ex-Mediter Altenpflegerin.

00:27:46: Das heißt ich habe schon früh ... hatte die Verbindung zum Tod.

00:27:50: Ich hab mich ans Bett gesetzt, hab Händchen gehalten.

00:27:52: Mensch, liebe Grüße nach oben, marken einen schönen Weg!

00:27:55: Also schon da hab' ich mit den Bewohnern sehr offen drüber geredet und fand das super interessant, auch deren Geschichten zu hören und sowas.

00:28:02: Deswegen hatte ich schon immer damit zu tun gehakt.

00:28:04: Und deswegen

00:28:05: können wir auch, glaub ich so offen,

00:28:06: einfach auch werden.

00:28:07: Wir sind eine sehr offene Familie.

00:28:09: Ja, der Tod ist ja nicht schlimm eigentlich.

00:28:11: Geburt tut ja auch weh.

00:28:13: Ist halt alles ein Teil.

00:28:15: Ein Fluss insofern

00:28:17: ... Wenn ich das rausführe bei euch, etwas ein sehr weltliches Verständnis vom Tod.

00:28:23: Traumloser Schlaf hast du gesagt?

00:28:24: Man is dann tot!

00:28:25: Glaubt ihr an einer Art Leben nach dem Tod?

00:28:28: Wissenschaftlich geht das nicht.

00:28:32: Das ist ein schöner Gedanke und die Menschen sollen glauben, und glaube es extrem wichtig.

00:28:36: Wir

00:28:36: sehen uns wieder!

00:28:37: Da sind dann so Sprüche wo man selbst den Menigen der im Sterben liegt einen guten Gedanken gibt einfach nur.

00:28:43: Aber

00:28:45: der Gedankel funktioniert nicht.

00:28:47: Es ist ein Wunschgedanke.

00:28:48: klar wir werden's sehen und er ergänzt das in Soheit.

00:28:51: Eine schöne Vorstellung bei dem Buddhisten-Soheit.

00:28:54: Ich werde Marinekäfer finde ich toll.

00:28:56: Nee, nee, nein Ich hab besser gelebt.

00:29:00: Ich komm als hochentwickeltes Wesen wieder zurück,

00:29:03: das Marienfliefer.

00:29:05: Da muss man ja schon ...

00:29:06: Nee,

00:29:07: aber es ist ein bisschen scheiße gebaut denn, wenn du so als Insekt

00:29:10: wiederkommst.".

00:29:10: Die drei Philosophieren noch ein wenig weiter über ihre Vorstellungen vom Tod und davon was danach kommen könnte.

00:29:17: Der Tod ist bei den Malwesten kein Thema, über das man nur leise spricht.

00:29:21: im Gegenteil nichts ist zu persönlich, zu düster

00:29:24: oder

00:29:25: zu verrückt ums ganz laut auszusprechen.

00:29:29: Bei den Malvis gehört der Tod zum Leben und bei Jana Langheinrich gehört er sogar zum Arbeitsalltag.

00:29:37: Was macht es mit einem Menschen, wenn der Tod täglich präsent ist?

00:29:41: Ich hatte von Anfang an keine Probleme mit dem Tod.

00:29:45: Ich nehme anders als Erziehung – das war kein Tabuthema in einer Familie.

00:29:50: Und ich habe auch keine Angst vor dem Tod!

00:29:53: Man hat Respekt vom Leben, man genießt jede Minute weil wenn's einem bewusst ist dass es jederzeit vorbei sein kann dann mir Also.

00:30:01: von daher ist man auch, glaube ich sehr viel gelassener.

00:30:05: Weil... Man hat ja keinen Einfluss drauf!

00:30:07: Es kommt wie es kommt und dann kann man dann versuchen damit umzugehen.

00:30:10: Man braucht sich nicht vorher Gedanken drüber zu machen.

00:30:13: Anders als viele ihrer Körperspender hat Langheinrich selbst nicht das Bedürfnis heute schon alles für ihren Tod zu regeln.

00:30:18: Da bin ich nicht der Typ für.

00:30:20: Und über Spenden brauche ich mir keine Gedanken machen weil wir in unserer Branche spenden uns alle nicht, weil wir uns alle kennen.

00:30:29: Und

00:30:30: ich möchte

00:30:31: niemanden zumuten,

00:30:32: mich präparieren zu

00:30:33: müssen der mich kennt.

00:30:34: Das macht man nicht.

00:30:36: Weil ich möchte ja auch niemanden haben den ich

00:30:39: kenne.".

00:30:42: Okay Moment mal!

00:30:43: Das finde ich jetzt spannend denn Jana Langheinrich kennt doch die Menschen, deren Körper später auf ihrem Präperiertisch liegen werden.

00:30:49: Mit Manchen hat sie vorher telefoniert andere waren bei ihr im Büro um die Unterlagen für die Körperspende zu unterschreiben und später wird sie es sein, die ihre Körper fixiert Also mit einem Konservierungsmittel für die medizinische Lehre haltbar macht.

00:31:04: Ich hake nach, aber sie sagt...

00:31:07: Das ist kein Problem!

00:31:09: Weil ich kenne sie ja nicht richtig, ne?

00:31:12: Man lernt sich ein kleines Stückchen kennen, ein ganz kleines Stückchen und natürlich gibt es Leute, die sehr sympathisch sind, die auch recht oft anrufen oder öfters auch vorbeikommen, die anruffen und einen schönen Weihnachten wünschen.

00:31:25: Na klar ist man dann auch traurig wenn man dann plötzlich den Anruf kriegt und denkt ach Mensch und man nicht erst vor zwei Wochen telefoniert, aber es ist jetzt nicht so schlimm.

00:31:34: Es ist dann der Lauf der

00:31:35: Dinge.".

00:31:36: Und dieser Übergang von...es war die Person, man hat zu Lebzeiten gesprochen und jetzt sind sie in ihrem Präpariersaal und da liegt der Körper?

00:31:47: Das kann ich

00:31:48: trennen!

00:31:49: Wie ich das trenne, kann ich ihn nicht sagen weil das wäre ich oft gefragt Ich kann das komplett trennen.

00:31:55: Also ich kann

00:31:56: den Körper sehen und meine Arbeit,

00:31:58: was ich tun

00:31:58: muss.

00:31:59: Und sehe den Menschen in dem Augenblick nicht dahinter.

00:32:04: Dann geht das

00:32:04: auch.".

00:32:05: Langheinrich kann es trennen – Mensch und Präparat!

00:32:09: Vielleicht lernt man das nach so vielen Jahren hier?

00:32:13: Mich hat diese Dualität jedenfalls komplett Übermann bei unserer Führung durch die Anatomie.

00:32:18: Damit müssen auch erst mal die neuen Medizinstudenten klarkommen wenn sie das erste Mal im Präperiersaal stehen.

00:32:26: Es gibt dann die, die ganz cool tun und sich versuchen nichts anmerken zu lassen.

00:32:30: Andere essen vorhin nix weil sie Angst haben dass ihnen schlecht wird.

00:32:35: Das wundert die Studenten oft selbst wie schnell sie in so einen Alltagsrhythmus kommen und wie selbstverständlich das wird.

00:32:44: Also die Berührungsängste werden eigentlich schnell abgebaut?

00:32:47: Ganz schnell!

00:32:47: Weil ja auch gleich ganz viel Input ist.

00:32:51: Man hat eine Menge Sachen zu lernen, der Kopf ist voll.

00:32:54: Du bist eigentlich ständig abgelenkt und dann geht das ganz schnell dass diese Ängste die man am Anfang hatte ne Tod um Gott ich muss mit dem Skalpell in Haut schneiden

00:33:04: oder so.

00:33:05: Das geht ganz schnell weg.

00:33:07: Über zwei Jahre werden die Studenten an ihrer Körperspende arbeiten.

00:33:11: Sie werden Haut abziehen Muskeln frei legen Nerven präparieren sie werden den Körper öffnen Organe herausnehmen Und so versuchen die Anatomie des menschlichen Körpers zu verstehen.

00:33:23: Die meisten von ihnen werden über die Zeit auch eine Beziehung zu ihrem Spender aufbauen.

00:33:27: Manche geben Ihnen Namen, irgendwie denken sich irgendwas aus

00:33:32: und

00:33:33: das ist dann Ihre Leiche, Ihr Körperspender!

00:33:36: Und trotzdem werden Sie nie erfahren wer da genau vor Ihnen liegt.

00:33:40: Ihr erinnert euch – die Leichen an der Charité sind anonymisiert.

00:33:44: sie geben Ihren Namen ab wenn sie hierher kommen Und irgendwie ist es krass zu wissen, dass das auch irgendwann mit Elke und Ken hier passieren wird.

00:33:52: Alles was die Studenten vom Körper entfernen, wird in einer kleinen Schale gesammelt.

00:33:56: Ist die Schale voll, wird sie in einem Plastik-Eimer gelehrt.

00:33:59: Später, in der Regel nach etwa zwei Jahren, wird der Inhalt zusammen mit dem Körper verbrannt... ...und erst dann bekommen die Spender ihren Namen zurück!

00:34:10: An einem Montagabend im Juni kommen hunderte Studentinnen und Studenten im alten Hörsaal der Anatomie zusammen.

00:34:17: Sie nehmen in den oberen Rängen des hölzeren Auditoriums Platz.

00:34:21: Es gibt noch ein paar Gespräche, doch man merkt es ist ein besonderer Abend für die Studenten.

00:34:27: Denn sie gedenken besonderen Menschen.

00:34:30: Unten da sitzen die Angehörigen der Körperspender.

00:34:34: Manche erhalten sich an den Händen und andere sind alleine gekommen.

00:34:39: Es dauert bis alle ihren Platz gefunden haben – die alten Holzbänke knarzen!

00:34:44: Dann beginnt die Gedenkfeier zu Ehren der Körterspender.

00:34:58: Von der Gedenkfeier selbst dürfen wir keine Audioaufnahmen machen.

00:35:02: Aber ich kann euch sagen, man hat die Dankbarkeit der Medizinstudienten in jeder einzelnen Rede gespürt.

00:35:08: Es werden Gedichte vorgetragen und Koaliter gesungen.

00:35:11: Zum Ende verlesen drei Studentinnen den Namen der Körperspender.

00:35:16: Und für jeden von ihnen zünden sie eine Kerze an!

00:35:20: Auf der Broschüre der Gedenkfeier, die wir mit nach Hause nehmen steht ein Gedicht Du hast den Garten des Lebens verlassen doch deine Blumen blühen weiter In Anatomie, dem Ort an dem der Tod sich freut, dem Leben zu helfen.

00:35:36: Das war Folge vier von Warum hast du keine Angst vor dem Tod?

00:35:41: In der nächsten Folge stellen wir uns die Frage Wie sterben wir eigentlich in Deutschland?

00:35:45: und vor allem Kann überhaupt jeder so sterben wie er möchte?

00:35:49: Wir besuchen ein Hospiz und lernen dort die siebenundsiebzigjährige Eva kennen.

00:35:55: Jetzt bin ich hier aber Damit müsste sie erst mal fertig werden, wenn in dem Entlassungsbericht

00:36:01: raus steht nur noch wenige

00:36:02: Monate.

00:36:04: Aber ich hatte genügend Zeit um mit mir und der Welt ins Reine zu kommen.

00:36:12: Ich helfe mir mit

00:36:13: der Philosophie

00:36:15: Alles ist im

00:36:16: Leben

00:36:16: nur geliehen.

00:36:18: damit habe ich es auslassen können.

00:36:22: Das war

00:36:23: Warum hast du keine Angst vor dem Tod?

00:36:25: Ein Podcast von Welt Redaktion und Storytelling Clemens Handke und Sophia Hegelberger.

00:36:47: Wenn ihr jetzt noch mehr zu unserem Besuch in der Anatomie und den Themen Tod- und Trauer erfahren möchtet, dann schaut vorbei auf unserer Website zum Podcast.

00:36:56: Den Link packen wir euch in die Show notes!

00:36:58: Dort findet ihr alle Interviews und Hintergründe zu unserem Projekt sowie Bonusmaterialien.

00:37:03: Zum Beispiel ein Video Q&A mit dem Palliativmediziner Dr.

00:37:06: Matthias Tönz.

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