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Warum hast du keine Angst vor dem Tod?: Nach Hause (2/6)

Shownotes

Neue Storytelling-Reihe: Wir alle wissen, dass wir irgendwann sterben werden. Und trotzdem weichen die meisten von uns dem Gedanken daran so lange wie möglich aus. Aber was passiert, wenn wir uns unserer Angst vor dem Tod stellen?

Triggerwarnung: In dieser Episode geht es um Suizidgedanken.

Im Sommer 2005 macht Johannes eine Erfahrung, die sein Leben für immer verändert. Nach einem schweren Unfall hat er ein Nahtoderlebnis. Erst durchlebt er schlimmste Todesangst. Doch dann tritt er aus seinem Körper heraus, sieht ein grelles Licht, begegnet seinem verstorbenen Großvater und erlebt pures Glück. Für Johannes fühlt sich das Sterben wie ein Nach-Hause-Kommen an.

Aber was passiert eigentlich in unserem Gehirn, wenn wir sterben? Genau das haben wir den Charité-Professor Dr. Jens Dreier gefragt. Er und sein Team haben eine Entdeckung gemacht, die erklären könnte, warum Menschen am Rand des Todes von erstaunlich ähnlichen Erfahrungen berichten.

Schätzungen zufolge haben rund fünf Prozent der Menschen ein Nahtoderlebnis. Ihre Erzählungen prägen, wie wir uns den Übergang vom Leben zum Tod vorstellen. Denn viele sehnen sich nach einer Antwort auf die Fragen: Was kommt nach dem Tod und wie fühlt sich Sterben an?

Darum und wie sich Johannes’ Blick auf den Tod geändert hat, geht es in der zweiten Folge von "Warum hast du keine Angst vor dem Tod?".

"Warum hast du keine Angst vor dem Tod?" ist ein sechsteiliger Storytelling-Podcast von WELT. Jeden Freitag gibt es eine neue Folge. Hier findet ihr alle Recherchen und Videos zum Podcast: https://www.welt.de/podcasts/keine-angst/

Hilfsangebote für Betroffene: www.telefonseelsorge.de

Kostenlose Hotlines: 0800-1110111 oder 0800-1110222 sowie 116 123

Weitere Angebote findet ihr hier: www.suizidprophylaxe.de/hilfsangebote

Wenn Ihnen der Podcast gefällt, dann freuen wir uns über Ihre Bewertungen auf den Podcastplattformen.

Wenn Sie Fragen, Anregungen oder Feedback haben, dann kommentieren Sie gerne unter der Folge oder schreiben Sie uns an wissen@welt.de.

Warum hast du keine Angst vor dem Tod? ist eine Produktion von WELT.

Redaktion und Storytelling: Klemens Handke und Sophia Häglsperger

Produktion: Sophia Häglsperger, Sebastian Pankau , Elena Blühm

Musik und Sounddesign: Sebastian Pankau

Fact-Checking: Elena Blüm

Cover: Dominik Schmitt und Imke Rabiega

Quellen: Greyson’s Near-Death Experience Scale: https://iands.org/nde-research/quantifying-the-phenomenon-greyson-near-death-experience-scale/

Studie zur Wahrnehmung bei Herzstillstand (2023): https://www.resuscitationjournal.com/article/S0300-9572(23)00216-2/abstract#secst035

„Spreading depolarizations“-Studie (2022): https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35411920/

Studie zu evolutionären Ursprüngen der Nahtoderfahrung (2021): https://academic.oup.com/braincomms/article/3/3/fcab132/6307709?login=false

Studie zur Spiritualität nach einem Nahtoderlebnis (2025): https://psycnet.apa.org/fulltext/2026-51212-001.html

Repräsentative Umfrage des Deutschen Hospiz- und Palliativverbands zum Glauben an ein Leben nach dem Tod (2022): https://www.dhpv.de/files/public/Presse/2022_BevBefragung_2022_Ergebnisse_lang.pdf

Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland zu Religionszugehörigkeit 2024: https://fowid.de/meldung/religionszugehoerigkeiten-2024

Impressum: https://www.welt.de/services/article7893735/Impressum.html Datenschutz: https://www.welt.de/services/article157550705/Datenschutzerklaerung-WELT-DIGITAL.html

Transkript anzeigen

00:00:00: In kurzer Hinweis, bevor es losgeht.

00:00:02: In dieser Folge geht das auch um Suizidgedanken.

00:00:06: Wenn euch dieses Thema betrifft oder belastet überlegt bitte gut ob ihr die Folge hören möchtet Oder hört sie am besten gemeinsam mit jemandem dem ihr vertraut.

00:00:14: Hilfe bekommt ihr jederzeit bei der Telefonseelsorge.

00:00:18: Die Nummern und weitere Anlaufstellen findet ihr in den Show Notes.

00:00:22: Und jetzt geht's los.

00:00:25: Ich weiß nicht ob ihr das kennt aber manchmal so kurz bevor ich einschlafe muss sich über den Tod nachdenken Und dann sind sie plötzlich da, diese großen Fragen.

00:00:35: Wie fühlt es sich an zu sterben?

00:00:36: Was passiert in diesem Moment und gibt's vielleicht doch so etwas wie ein Leben danach?

00:00:42: Gerade auf die letzte Frage würde meine Antwort eigentlich immer strikt rational ausfallen Nein!

00:00:48: Es gibt kein Leben danach.

00:00:50: Wir sind dann Bio-Apfall mal ganz nüchtern betrachtet Stecker gezogen Lichte aus Aber genau das ist auch verdammt gruselig.

00:00:59: Also ja ich habe Angst vor dem Tod Vielleicht auch, weil er oft als etwas düsteres und beängstigendes beschrieben wird.

00:01:07: Und gleichzeitig gibt es all diese tröstlichen Vorstellungen vom Jenseits von Frieden, Licht und einem Ort an den wir alle irgendwann mal zurückkehren.

00:01:16: Was stimmt denn jetzt also?

00:01:18: Was sehen Menschen und was fühlen Menschen an der Grenze zwischen Leben und Tod?

00:01:24: Plötzlich habe ich mich auf dieser Liege gesehen – um diesen Krankenwagen!

00:01:30: Und dann ging das höher.

00:01:31: Dann habe ich den Krankenwagen gesehen und auch diese Blaulichter auf diesen Pinienbäumen.

00:01:36: Da habe ich wirklich gesehen, es war in dem Moment alles absolut in Ordnung.

00:01:43: Ja einfach alles war Licht!

00:01:45: Man kann es nicht in Worte fassen.

00:01:48: Es ist einfach nicht beschreiblich dieses Gefühl von Frieden, von Liebe, eben zu Hause oder nach Hause kennen und von Alles ist okay.

00:02:01: Das ist Johannes.

00:02:03: Er hatte ein Nahtoderlebnis, das seinen Blick auf das Leben und den Tod komplett verändert hat.

00:02:09: Ich weiß noch dann habe ich zu Hause geheult weil ich gemerkt hab so krass.

00:02:14: jetzt bin ich irgendwie gestern fast gestorben.

00:02:18: Krass dieses Datum!

00:02:20: Das wäre jetzt eigentlich mein Todestag gewesen.

00:02:23: Dieser Todesttag der wäre im Sommer zwei tausend fünf gewesen.

00:02:27: Seither war es Johannes was echte Todesangst bedeutet Aber auch was danach kommen könnte.

00:02:33: Wir wollen verstehen, was da passiert ist mit Johannes aber auch wissenschaftlich Denn...was passiert eigentlich beim Sterben?

00:02:41: Was bekommt ein Mensch mit?

00:02:43: und Ist der Tod etwas vor dem wir Angst haben müssen?

00:02:47: Darum geht es in dieser Folge.

00:02:50: Ich bin Sophia Hegelberger Podcast Redakteurin bei Welt Business Insider und Politiko

00:02:55: Und ich bin Clemens Handke Redakteuer bei Welt und Business Insiders Und für diesen Podcast treffen wir Palliativmediziner, Hospizmitarbeitende, Bestatterin, Sterbende, Trauernde, Menschen die dem Tod sehr nah waren und andere, die sich unsterblich machen wollen.

00:03:10: Wir möchten herausfinden was nimmt dem Tod den Strecken?

00:03:13: Wovor haben wir Angst?

00:03:15: Was passiert mit unserer eigenen Angst wenn wir den Tod nicht ausweichen sondern ihm wirklich begegnen?

00:03:20: Warum hast du keine Angst vor dem Tod?

00:03:22: Folge zwei nach Hause Sophia und ich.

00:03:33: wir sitzen in unserem Podcaststudio.

00:03:35: Vor uns steht aufgeklappt der Laptop.

00:03:37: Gleich sind wir zum Videocall mit Johannes verabredet und da ist er auch schon.

00:03:43: Hallo, hallo!

00:03:44: Johannes trägt ein weißen Hoodie und eine dunkel gerahmte stylische Brille was mir gleich auffällt es seine lässige österreichische Art.

00:03:52: nach kurzem Geplänkel starten wir und Johannes test überrascht über meine ersten Fragen.

00:03:57: ich will nämlich erstmal verstehen wer Johannes früher war.

00:04:01: Das ist total lustig, dass du mich so detailliert fragst.

00:04:03: Weil wirklich diesen Nachmittag alle wollen immer nur den Unfall wissen.

00:04:06: was davor war das habe ich tatsächlich noch nie jemanden erzählt.

00:04:10: Wir wollen aber eben nicht bei Johannes' Unfall anfangen Denn dass er im Sommer-Sommer-Fass stirbt das hat der damals natürlich überhaupt nicht geahnt denn da ist Johannes gerade in neunzehn Endlich mit der Schule fertig und vor ihm liegt das Leben.

00:04:25: Ich erinnere mich an diese Zeit diesen Sommer wo man auch ausstaattet ins Leben.

00:04:29: Man hat halt viel Party gemacht, gefeiert und so ein bisschen sich überlegt okay wo geht es jetzt eigentlich hin mit dem Leben diese Fragen.

00:04:36: Bei Johannes sind die eigentlich schon fast beantwortet.

00:04:39: er ist angemeldet für die Aufnahmeprüfung einer Hochschule St.

00:04:42: Gallen Einer der top Wirtschaftsunnis im deutschsprachigen Raum.

00:04:46: Das ist der Weg den ihm viele in seinem Umfeld gehen Studieren, Karriere machen Und irgendwann einen gut bezahlter Job.

00:04:54: Aber bevor dieses Leben losgehen soll Da verbringt er noch einen langen heißen Sommer im Süden von Frankreich.

00:05:12: Ja, das war ein wunderschöner Sommer und wir waren da in Südfrankreich mit ein paar Freunden von mir und einer Familie.

00:05:19: Es war ja Ende Juni also es wird aber herrlich!

00:05:22: Wir waren natürlich eben immer aus und am Feiern in irgendwelchen Clubs und am Strand und so und einfach so eine super Zeit gehabt in diesem Gefühl Summanisation und die Welt steht einem offen und alles ist möglich.

00:05:36: Ein Sommer voller Möglichkeiten.

00:05:38: Ein bisschen wie in diesem Coming-of-Age-Film, ihr wisst schon ... Und Johannes?

00:05:42: Der ist ziemlich wild damals!

00:05:43: Er baut viel Scheiße als Jugendlicher, erzählte uns.

00:05:46: Diese Wahnsinns... Rah, Energie die ich das Film hatte!

00:05:51: Unter einem Urlaubstag.

00:05:53: da sollte die Party am besten gar nicht enden.

00:05:55: wenn es nach Johannes geht

00:05:58: Ich erinnere mich, da gab's irgendeine Hochzeitsfeier auf die wir uns dann eingeschnauert hatten und haben damit den Leuten getanzt und gefeiert.

00:06:05: Ich kann mir diese Szene richtig gut vorstellen Fremde Hochzeit, fremde Leute Musik, Alkohol.

00:06:11: Man ist so mutig und losgelöst, dass man einfach macht worauf man gerade Bock hat.

00:06:15: Die Sonne scheint die Musik ist laut alle feiern alles lustig Man springt ins Wasser rein und raus.

00:06:23: Irgendwann sind alle nach Hause gegangen Und ich aber war halt natürlich wieder völlig überdreht weil man hat mir zu viel Champagner gegeben.

00:06:28: Ich vertrag Alkohl nicht gut.

00:06:30: Deswegen war ich immer so überdrehend

00:06:31: Und bis hierhin klingt das wie die Erinnerung an einen perfekten Sommernachmittag Eine dieser Geschichten, die man später erzählt.

00:06:38: Weil sie lustig war und vielleicht auch ein bisschen peinlich weil man so betrunken war.

00:06:43: Aber für Johannes ist diese Geschichte etwas anderes.

00:06:47: In der Rückschau liegt über diesem Sommernachmittag schon eine Vorahnung.

00:06:51: Wir haben halt Jugendlichen leichtsinnend oft bedrunken Blödsinn gemacht.

00:06:57: darüber wir heute Kopfschütteln lachen Und dann manchmal sagen eigentlich Kann man froh sein dass nichts Schlimmeres passiert ist wobei ich dann immer sage naja Ich hab mich ja dann doch eigentlich fast ziemlich gegen die Wand gefahren.

00:07:12: Es war ja nicht so eine Überraschung, dass es irgendwann mal kracht und das ist ja auch

00:07:16: passiert.".

00:07:19: Irgendwann?

00:07:20: Das ist genau dieser Abend!

00:07:22: Johannes ist nach seinem Solo-Abenteuer wieder im Ferienhaus bei seiner Family und seinen Freunden.

00:07:27: Und obwohl er so viel gefeiert hat, hat der einfach immer noch Energie... ...und die muss raus.

00:07:33: also jagt er sein Neffen ums Haus.

00:07:34: Wir sind immer so ins Haus rein, durch die Verandertür und auf der anderen Seite wieder raus.

00:07:38: Dann wieder durch den Garten in den Pool oder wieder ins Haus.

00:07:41: Und dann kracht es wirklich!

00:07:43: Johannes rutscht aus und fällt durch die verandertüre.

00:07:46: Die zerspringt sofort.

00:07:48: Messerschafe Glasstücke ragen plötzlich hervor.

00:07:51: Dieses Glas, das ist wie ein Weinglas, hat mir halt den Arm vom Handgelenk bis zur Schulter über den Ellbogen komplett zerfetzt.

00:08:00: Und zwar so diese Innenseite der Hand... Was die durchtrennt war, da erinnere ich diesen Schockmoment.

00:08:06: Dass du das so siehst aus deinen Armen und siehst diese Knochen... ...und alles weg!

00:08:13: Und der Hand zu halb

00:08:13: ab.".

00:08:15: Der Schock-Moment hält kurz an.

00:08:17: Dann bricht Chaos aus.

00:08:19: Denn Johannes, der verliert extrem schnell, extrem viel Blut.

00:08:22: Das spritzt ja wirklich.

00:08:24: Mit jedem Erschlack hat es wirklich wie in den Raum gespritzt richtig stark.

00:08:30: Die gab auf die Wände überall hin.

00:08:32: Da war natürlich dann sehr große Panik.

00:08:33: Seine Schwester rennt schreiend weg, jemand holt Tücher.

00:08:36: Jemand anderes will Hilfe holen ein Freund versucht verzweifelt irgendwie die Blutung zu stoppen und Johannes selbst der steht wie neben sich.

00:08:44: Dann sitzt du so da auf diesem Stuhl und es wird immer schwächer.

00:08:50: das ist wirklich dass das Leben aus dir rausrennt

00:08:53: Dieses Leben das gerade noch so laut so voll so unendlich war Und Johannes denkt

00:08:59: Ah verdammt Scheiße jetzt Das ist es jetzt, das kann doch echt nicht wahr sein.

00:09:05: Noch so viel Spaß und sondern jetzt... Scheiße!

00:09:07: Jetzt verrecke ich

00:09:08: hier.".

00:09:11: Dieser Moment zu wissen…Jetzt sterbe ich wohl?

00:09:15: Irgendwie ist das unbegreiflich Und während um Johannes herum alles laut ist wird es in ihm drin ganz leise und ein Gefühl überwältigt ihn

00:09:24: Was ich über den Tod gelernt hab die eine Seite die ich halt erfahren habe war diese unfassbare Todesangeste.

00:09:30: Was ich auf diesem Stuhl saß, das war diese unfassbare Angst.

00:09:34: Jetzt ist es so eine ausgeliefert sein.

00:09:35: Du hast keine Chance!

00:09:37: Du kommst jetzt hier nicht raus.

00:09:38: Es ist sowas anderes als wenn man... Das stelle vor du gehst auf so einer... Du gehst wandern nach so einem Berggrat und links und rechts geht's da hundert Meter runter und du weißt oh wow krass.

00:09:48: Wenn ich jetzt ausrutsche dann gehts darunter, dass überlebe ich nicht.

00:09:52: Das aber was anderes ist, wenn du da sitzt effektiv und wirklich gerade am verbluten bist und keiner dir hilft oder keine Idee helfen kann, sagen wir so.

00:10:02: Niemand weiß was man tun soll und einfach merkst Scheiße!

00:10:07: Schon seit immer wird der Tod ja so dargestellt als dieses schwarze dunkle Ding wie das Ascenzenmann, dieses böse Schwarze große... Kann ich total verstehen warum?

00:10:17: Weiß ich das wirklich so anfühlen.

00:10:20: Das ist so dass das kommt jetzt und holt dich

00:10:23: Johannes, der blickt hier einfach gerade dem Tod ins Auge Und er hat Angst Eine ganz existenzielle Angst.

00:10:30: Und was ich nicht gedacht hätte, er nutzt das Bild vom Sensenmann.

00:10:34: Dass wir alle kennen und dass irgendwie doch auch so stereotypisch ist.

00:10:39: Aber Johannes der sagt Das fühlt sich wirklich so an Diese dunkle Macht die dich jetzt holt Er weiß in diesem Moment, er muss jetzt Abschied nehmen Von seinem Leben und von seinen Liebsten.

00:10:51: Also holt er seine Schwester zu sich.

00:10:53: Ich habe wirklich eingesehen, ich muss jetzt meine letzten Worte sagen.

00:10:59: Der

00:11:17: Krankenwagen rast auf die engen Serpentinenstraßen an der Südküste Frankreichs.

00:11:22: Nur noch ein paar Minuten ist er jetzt von einer kleinen Klinik entfernt.

00:11:31: Hinten im Wagen liegt Johannessen eine Art Banner, Um ihn schwappt Blut.

00:11:35: Immer wieder kommt er zu sich, der macht gleich wieder weg und die französischen Ärzte versuchen ihm bei Bewusstsein zu halten.

00:11:41: Johannes respire, haben Sie immer gesagt?

00:11:45: Atmen!

00:11:46: Weil meine Atmung hat irgendwie mal ausgesetzt.

00:11:48: Das war sowieso ... als würde man sich so festhalten.

00:11:51: dann,

00:11:51: du

00:11:52: klammerst dich irgendwie so, denn der Körper wollte nicht mehr.

00:11:54: Es war echt anstrengend, dieses Wachbleiben und dieses Darbleiben, das war wie ein Kampf Wirklich diesen Moment, wo es irgendwie in mir ... Es war wie so ein Loslassen.

00:12:12: Wo ich dann einfach plötzlich losgelassen habe.

00:12:18: Da hab ich so einen Letztes außerhalb ... Ich hab mich auf dieser Liga gesehen und diesen Krankenwagen.

00:12:29: Und dann ging das höher.

00:12:30: Dann hab ich den Krankenwagen gesehen und diese Blaulichter auf diesen Pinienbäumen wirklich gesehen.

00:12:39: Und es war in dem Moment alles absolut in Ordnung!

00:12:44: Ja, einfach alles war Licht.

00:12:46: Also alles ist wie ... Wie Licht das dich so einhüllt und das Gefühl da drin war, dass es alles okay ist.

00:13:01: Es ist also diese ganze Angst, diese ganze Stress, die ganze Not.

00:13:05: Alles was da war, es war alles weg.

00:13:08: Johannes lässt los!

00:13:10: Und genau das ist jetzt vielleicht der Moment wo wir uns eine Grenze vorstellen den Übergang vom Leben zum Tod Diese letzte Reise.

00:13:19: Für Johannes ist seine Todeserfahrung zweigeteilt.

00:13:22: Erst war da Dunkelheit, Angst das Gefühl ausgeliefert zu sein und dann...

00:13:29: Es war dieses Gefühl des nach Hause kommen.

00:13:31: Das ist jetzt gehe ich nach Hause.

00:13:34: Jetzt ist alles gut!

00:13:36: Es ist einfach nicht beschreiblich dieses Gefühl von Frieden, von Liebe, eben zuhause oder nach Hause gehen.

00:13:47: Alles ist okay.

00:13:49: Und dann sah ich interessanterweise meinen Großvater, also der war schon lange verschrauben und sah mich als kleines Kind.

00:13:57: Und er streckte so die Hand aus, so wie sein Sohn kommen... ...und nicht sehr!

00:14:04: Ich wollte jetzt so wie mit ihm mitgehen.

00:14:06: Wohin?

00:14:07: Weiß' ich nicht.

00:14:08: Weil dazu kam's nichts?

00:14:09: weil in diesem Frieden und in diesem Ding ganz plötzlich macht es... und ich war wieder in diesem Krankenwagen drin.

00:14:15: In dem Körper, in dieser Blutlache In diesem ganzen Stress.

00:14:22: Wie lange das gedauert hat, weiß ich nicht... Aber es war auf jeden Fall die einrücklichste Erfahrung wie ich hier hatte!

00:14:33: Diese Erfahrung, die nennt Johannes heute einen Nahtoderlebnis.

00:14:37: Er ist fast gestorben und kam wieder zurück Und dazwischen da erlebt er etwas dass ihm bis heute nicht loslässt.

00:14:44: Er hat sich selbst von oben gesehen Gleisendes Licht unglaubliche Glücksgefühle erlebt und der ist seinem verstorbenen Opa begegnet.

00:14:52: Und das krasseste für mich Sterben hat sich für ihn wie nach Hause kommen angefühlt.

00:14:57: Von ähnlichen Erlebnissen berichten immer wieder Menschen.

00:15:00: Trotzdem veröffentlichte der Psychiater Bruce Grayson deshalb die Grayson Near Death Experience Scale, ein Fragebogen mit dem Forschende Nahtoderfahrungen bis heute systematisch erfassen.

00:15:12: Darin geht es um Erlehnisse von den Betroffenen immer wiederberichten.

00:15:17: Hast du dich losgelöst?

00:15:18: Von deinem Körper gefühlt?

00:15:20: Saßt du Tote oder religiöse Gestalten?

00:15:24: Kampst du an eine Grenze oder einen Punkt, von dem es kein Zurück mehr gab?

00:15:29: Das sind Fragen aus dem Fragebogen der Grayson Scala.

00:15:32: Aus den Antworten wird ein Wert gebildet und wenn dieser Wert hoch genug ist sprechen Forscher von einer Nahtoderfahrung.

00:15:40: Laut Schätzungen machen so eine etwa fünf Prozent aller Menschen tendentsteigend denn durch die medizinischen Fortschritt werden heute immer häufiger Menschen erfolgreich wiederbelebt Und gerade während oder nach einer Wiederbelebung treten Vulnatoderlebnisse besonders häufig auf.

00:15:55: Rund vierzig Prozent der Klinistoten, die einen Herzstillstand überlebt hatten, konnten später von Erinnerungen Gedanken- oder Wahrnehmung berichten – so das Ergebnis seiner Studie.

00:16:06: Aber wie kann es sein?

00:16:07: Wie läuft Sterben überhaupt ab und was passiert dabei im Gehirn?

00:16:19: Clemens und ich sind an der Berliner Charité genauer in der alten Nervenklinik.

00:16:24: Das ist ein ziemlich beeindruckendes Gebäude!

00:16:26: Ein roter Klinkerbau und an den Wänden wächst wilder Wein nach oben.

00:16:31: Drinnen ist es kühl, wirkt ein bisschen wie eine alte Grundschule.

00:16:35: Es geht erst mal ein paar Treppenstufen rauf.

00:16:38: Wir suchen das Büro von Professor Dr.

00:16:40: Jens Dreyer Und tatsächlich ist es ziemlich leicht zu finden.

00:16:44: Die erste Tür die wir ansteuern ist gleich die richtige.

00:16:55: Uns öffnet Dreyer, nettes Lächeln, Polohemd mit ziemlich lässiger Prof.

00:17:01: Ja, mein Name ist Jens Dreyer.

00:17:03: Ich bin Professor für Translation in Stroke Research und gleichzeitig bin ich Oberarzt auf der Stroke Unit hier in einer Charité am Campus mit dem.

00:17:14: Auf der Stroak-Unit also der Spezialstation für Schlaganfälle will Dreier besser verstehen wann verzögerte Schlaganpfälle auftreten.

00:17:22: Dafür überwachte Patienten auf der Intensivstation mit sogenannten Neuromonitoring Soll heißen, über Elektroden müsste die elektrische Aktivität im Gehirn.

00:17:32: Doch bei einigen schwerkrannten Patienten haben die Aufzeichnungen unbeabsichtigt auch etwas anderes aufgezeichnet.

00:17:38: Was sich im Gehieren abspielt wenn ein Mensch stirbt?

00:17:42: Ja ich kann es gerne auch in kurz zeigen und dann kann man das daran vielleicht so ein bisschen erläutern.

00:17:48: Dreier

00:17:48: holt einen etwas älteren Silbernen Laptop zu sich ran und sucht in seinem Datenwulst nach einem Video.

00:17:53: Das

00:17:54: ist so ein Film, nehmen wir Da sieht man, jetzt muss ich mal mich hier orientieren.

00:18:00: Zeigen will er uns eine visuelle Darstellung der Messung?

00:18:04: Dann hat er sie gefunden!

00:18:05: Also was man hier sieht sind praktisch die letzten zwanzig Minuten eines Patienten...

00:18:11: Auf dem Bildschirm erscheinen sieben Zeilen.

00:18:14: Jeder der Zeilen steht für einen anderen Messwert dargestellt in einer anderen Farbe.

00:18:18: Das ist die Hirnaktivität hier im Grün.

00:18:21: das ist dann der Hirnblutfluss Das ist der gewebe Sauerstoff und das ist der arterielle Druck, den in einer Hand gemessen wird.

00:18:30: Und wenn man jetzt starte ich das mal?

00:18:33: Dreier startet die Aufzeichnung – im zeitlichen Verlauf sehen Sophia und Ich wie Rote, Orange, Lila und Grüne Linien auf dem Bildschirmerschein.

00:18:41: So hier sieht man dass der arterielle Druck abfällt.

00:18:47: Dann ist das der Hirnblutfluss, der abfellt und das der gesunde Sauerstoffs.

00:18:52: Die Kurven fallen leicht ab.

00:18:54: Ganz anders, als man sich das nämlich oft vorstellt hört es herzmeist nicht einfach aufzuschlagen.

00:18:59: Viel mehr wird es immer schwächer und schwäicher.

00:19:02: damit fällt dann der Blutdruck ab Und des Gehirn bekommt zunehmend weniger Sauerstoff.

00:19:07: Aber während all diese Werte fallen schlägt die Hirnaktivität aus.

00:19:12: Wenn man jetzt so in Richtung Nahtoderfahrung denkt Man sieht dass diese Hirnaktypität Die nimmt.

00:19:17: der Patient ist nicht bei Bewusstsein.

00:19:20: Also man kann jetzt nicht kommunizieren irgendwie.

00:19:23: Aber man sieht, dass die in dem Prozess eher zunimmt und dann bricht sie ab.

00:19:29: Und das Ganze

00:19:30: stoppt.".

00:19:30: Okay, das wusste ich nicht!

00:19:32: Während es Herz schwächer wird und dann stoppt geht im Gehirn nicht gleich das Licht aus.

00:19:36: Im Gegenteil – Die Hörnaktivität kann sogar steigen bevor sie abbricht.

00:19:41: Treten hier dann die Nahtoderfahrungen auf?

00:19:44: Erklärt das warum Menschen ihre eigene Wiederbelebung manchmal

00:19:47: miterleben?!

00:19:49: Also... Wir verstehen zwar sozusagen nicht wirklich, warum das möglich ist.

00:19:54: Aber es kann eben sehr gut sein.

00:19:56: oder es ist auch wahrscheinlich dass da doch noch ein Profiszenzprozess irgendwie stattfindet.

00:20:01: Dreiers Video läuft weiter Die Hirnaktivität ist erloschen Energiesparmodus erklärt er uns aber plötzlich tut sich da was.

00:20:10: nach ca.

00:20:11: vier Minuten steigt eine der Kurven plötzlich an.

00:20:14: die Nervenzellen werden nochmal so richtig aktiv.

00:20:17: Eine elektrochemische Welle, die sogenannte Spreading Depolarization rollt jetzt wie ein Minizunami durch das Gehirn.

00:20:23: Also so eine riesen Welle die sich langsam dann im Gehirnen ausbreitet und die Welle muss man sich so vorstellen wie so eine Explosion also wie bei der Autobatterie wo einen Kurzschluss auftritt und die Funken sprühen.

00:20:36: Genau diese Welle konnten Dreier uns sein Team erstmals beim Menschen aufzeichnen.

00:20:41: Ein letztes Aufbäum um noch mal alles an Energie herauszuholen was geht

00:20:46: Und vielleicht gibt es einen Zusammenhang zwischen dieser Welle und bestimmten Nahtoderfahrungen.

00:20:51: Das zumindest hält Reier für möglich.

00:20:54: Viele Menschen mit Nahtod-Erfahrung berichten zum Beispiel davon, dass ihr ganzes Leben noch einmal vor ihnen auftaucht.

00:21:00: Ein Panorama aus Erinnerungen, Momenten und Orten – alles scheint gleichzeitig da zu sein!

00:21:15: Viele Nerven zählen gleichzeitig, wir haben ja irgendwie sechsen-achtzig Milliarden.

00:21:19: Aber die sind ja alle jetzt unter Sauerstoffmangel und durchlaufen einen ganz ähnlichen Zustand.

00:21:25: Und wenn die alle sozusagen nochmal gleichzeitig aktiviert werden möglicherweise so zu sagen Wenn das irgendwie wahrgenommen werden kann was wir hier nicht wissen dann könnte das so was produzieren.

00:21:37: So ein Gefühl des Gleichzeitigen und dass das ganze Leben noch mal vor einem ist, dass man alles weiß – weil in dem Moment ist es ja so – alle Nervenzellen sind irgendwie aktiv und führen dazu einen Konzert.

00:21:51: Und das Interessante an dieser Welle ist dann zum Beispiel auch….

00:21:54: Es gibt ja bestimmte Substanzen wo man solche Erscheinungen provozieren kann die eben ganz ähnlich sind wie Nahtoderfahrung.

00:22:03: Die Substanzen, die das machen wie zum Beispiel Ketamin wirken auf Rezeptoren, die eine Bedeutung für diese Welle haben.

00:22:15: Heißt das?

00:22:16: Wir sind vielleicht einfach hei wenn wir sterben?

00:22:19: Das würde zumindest zu den krassen Glücksgefühlen passen von denen uns Johannes berichtet hat.

00:22:24: Forscher haben herausgefunden dass Ketamine die Depolarisationswelle hemmt.

00:22:28: Möglicherweise stößt unser Körper an Notsituationen ähnliche Stoffe aus, um die Depolarisation zu verhindern oder rauszuzögern.

00:22:36: Nahtoderlebnisse könnten also auf die Wirkung körper-eigener Drohung zurückgehen – ganz einig ist man sich da aber unter Experten nicht!

00:22:43: Was am Ende im Hören also wirklich zu den Nahtoterfahrungen führt, können wir weiterhin nur vermuten….

00:22:51: Aber zurück zur Welle selbst ….

00:22:53: Wenn sie auftritt, dann wird es kritisch, das absterbende Nervenzellen kündigt sich an Und trotzdem bedeutet auch sie noch nicht den endgültigen Tod.

00:23:02: Ich kann den ganzen Prozess auch wieder rückengängig machen, dem Moment wo ich jetzt wieder Blut zuführe, Sauerstoff zuführen.

00:23:10: dann würde das Ganze wieder auf die Baseline zurückkehren und der Patient würde auch überleben.

00:23:17: Okay, ich weiß!

00:23:17: Das waren jetzt echt viele Informationen.

00:23:20: Aber was für mich total hängen bleibt Sterben ist ein langer Prozess.

00:23:24: Wir sterben quasi nicht einen sondern mehrere Tode.

00:23:28: Nicht dieses klassische Bild schallt da ein aus, totlebendig.

00:23:32: Es passiert unglaublich viel in diesen letzten Minuten vor dem Tod.

00:23:36: Zuerst kommt oft der Herz tot.

00:23:39: Das Herz hört auf zu schlagen Der Kreislauf steht still Blut und Sauerstoff werden nicht mehr durch den Körper gepumpt Dammelt beginnt der klinische Tod.

00:23:48: Herzschlag und Atmung sind ausgefallen.

00:23:51: Von außen wirkt der Mensch leblos Er ist es aber nicht.

00:23:54: Die Zellen im Körper und zum Beispiel auch im Gehirn sind noch nicht sofort unwiderruflich tot.

00:24:00: Und über genau diese Phase haben wir gerade gesprochen, hier wird das Gehirnen nochmal hyperaktiv – und es tritt die Welle auf!

00:24:07: Genau in diesem Zeitfenster vermuten Forscher dass Nahtoderlebnisse entstehen könnten.

00:24:12: Wichtig ist….

00:24:13: Hier kann der Mensch noch wieder belebt werden …und um das nochmal ganz klar zu sagen….

00:24:18: Menschen, die eine Nahtod-Erfahrung hatten waren nach medizinischer Definition nie tot.

00:24:24: Irgendwann aber verliert das Gehirn unwiderruflich seine Funktion.

00:24:28: Es kommt zum Hirntod.

00:24:30: Medizinisch gilt der Mensch jetzt als Tod, auch wenn einzelne Organe mit Maschinen noch eine Zeit lang versorgt werden können und erst danach folgt das was wir dem biologischen Toten nennen.

00:24:40: Der Körper beginnt sich zu verändern Zellen sterben ab Totenstarre und Leichenflecken entstehen.

00:24:47: Jetzt ist der Tod auch körperlich endgültig sichtbar.

00:24:50: Sterben is also eine Abfolge an Ereignissen Und auch Nahtoderfahrungen folgen oft bestimmten Mustern.

00:24:57: Wozu das Ganze?

00:25:00: Sterben ist ein Programm, der Gedanke ist natürlich naheliegend ... dass es irgendwie einen Zweck hat und eigentlich eher den Zweck hatte vielleicht das Sterben noch zu verhindern.

00:25:12: Vielleicht so vermuten Wissenschaftler haben auch Nahtauterfahrungen ein biologischen Zweck.

00:25:17: Sie könnten nämlich mit dem Todstellreflex zusammenhängen.

00:25:21: Ihr kennt das!

00:25:22: Viele Tiere stellen sich tot wenn sie in Gefahr sind.

00:25:24: Manche Wissenschaftler vermuten, dass beim Menschen etwas Ähnliches passieren könnte.

00:25:29: Das Gehirn blendet die bedrohliche Realität aus und erschafft eine friedlichere innere Erfahrung – das könnte die Überlebenschancen vergrößern!

00:25:37: Ein Schutzmechanismus

00:25:46: also.".

00:25:53: Gut, beruhigend.

00:25:57: Ich auch!

00:25:58: Vielleicht müssen wir weniger Angst vom Sterben haben als wir denken und mehr noch für manche Menschen ist diese Welt da drüben oder der Weg dahin oder wie man das auch immer nennen will verdammt schön.

00:26:10: Es kommt sogar nicht selten vor dass sich Menschen beschweren zurückgeholt worden zu sein erzählt uns Dr.

00:26:14: Dreier Und Johannes?

00:26:19: Der ist nach seinem dramatischen Unfall plötzlich auch zurück im Leben.

00:26:24: Und am nächsten Tag bin ich aufgewacht in so einem Raum In so einem Aufwachraum, da wachst du dann auf und fahr.

00:26:34: Und da lag ich dann so und war so what the fuck?

00:26:37: Ich weiß noch, dann habe ich total geheult.

00:26:40: Weil ich gemerkt hab so krass jetzt bin ich irgendwie gestern fast gestorben also ich konnte damit überhaupt noch nichts anfangen und irgendwie selber habe ich es auch verdrängt.

00:26:52: Ich stell mir das irgendwie krass vor!

00:26:53: Du hast so etwas Eindrückliches, so reales erfahren was alles übersteigt was man sich vorstellen kann Und dann bist du auf einmal wieder hier, so als wäre nichts gewesen.

00:27:05: Wie soll man das auch jemand anderem begreiflich machen?

00:27:08: Gerade wenn man es selbst ja auch nicht versteht!

00:27:10: Johannes jedenfalls lenkt sich ab, er stürzt sich ins Wirtschaftsstudium will einfach mit seinem Leben weitermachen und er flüchtet sich in die Spiritualität.

00:27:20: Und in all dem was er tut ist er erfolgreich.

00:27:24: Er geht von Praktikum nach China alles läuft aber irgendwie Ist da immer diese Dessonanz?

00:27:31: Wohl im Außen alles cool ist und du kriegst für alle Schulter Klopfe, was du machst.

00:27:35: Und alle sagen Top-Sache und bist in China und Jungen und die Zukunft.

00:27:39: Alle finden es geil, was Du machst!

00:27:41: Aber ich habe sie einfach irgendwie nicht gefühlt.

00:27:42: Aber ich hab mir nach dem Moment mal das Ziel ist immer Geld verdienen, dass er darum geht's doch nicht.

00:27:48: Ich bin froh, dass ich noch am Leben bin.

00:27:50: Es geht um mehr... aber warum gehts

00:27:52: eigentlich?!

00:27:56: Ja, worum geht es um Leben?

00:27:59: Johannes hat überlebt Und damit steht für ihn diese eine Frage im Raum.

00:28:04: Wozu?

00:28:06: Die Nahtoderfahrung ist noch so präsent und alles, was er gerade tut, fühlt sich einfach leer

00:28:20: an!

00:28:57: Nach Hause.

00:28:58: Damit meint Johannes in den Tod, denn ihr erinnert euch... Sein Nahtoderlebnis, das war eines der schönsten Gefühle, dass er je hatte.

00:29:07: Es hat sich für ihn wie nach Hause kommen angefühlt Und genau das ist der Widerspruch, der mich nicht mehr losgelassen hat seit uns Johannes davon erzählt hat Denn wenn sie sterben wir ankommen anfühlt.

00:29:19: Ja Wie lebt man dann weiter?

00:29:22: Johannes aber entscheidet sich zu bleiben.

00:29:24: Er kann es nicht übers Herz bringen seinen Hund alleinzulassen.

00:29:27: Das erzählt er uns.

00:29:29: Und er sucht sich professionelle Hilfe, macht Therapie und fängt an, sich mit dem was er erlebt hat zu beschäftigen.

00:29:58: Dort war, wo ich mich hinsehnte oder wo ich warten musste bis sich wieder sterbe.

00:30:04: Und dann ist gut!

00:30:06: Und plötzlich hat es einen Platz in mir gefunden und das nenne ich Himmel auf Erden.

00:30:12: also ich fand überhaupt nicht religiös und ich würde auch nichts sagen gläubig.

00:30:16: aber ich habe in dieser Zeit einen ganz tiefen Glauben gefunden und ich nenne es nur mal Gott was andere halt vielleicht Leben, Liebe, Kosmos und ihr wär so ein Alar wie auch immer

00:30:25: nennen.".

00:30:26: Und damit ist Johannes nicht alleine.

00:30:28: Fast siebzig Prozent derer, die ein Nahtoderlebnis hatten, erzählen anschließend von einer veränderten Religiosität oder Spiritualität und von neuen Vorstellungen über einen Leben nach dem Tod.

00:30:39: Das ergab eine Studie von zu zweitensfünfundzwanzig feststeht Johannes Einstellung zum Leben, worin er Sinn findet und was er glaubt.

00:30:47: das hat sich extrem verändert.

00:30:49: Früher eher der Typ Karriere coachte heute Menschen mit Symptomen wie Burnout Depression oder Einsamkeit Und eine wichtige Rolle spielt dabei immer sein Glaube an etwas Höheres, einer Art Gott.

00:31:27: Vielleicht finde ich auch genau deshalb Nahtoderlebnisse so spannend.

00:31:32: Wie wir uns den Übergang in ein mögliches Leben nach dem Tod vorstellen, ihr wisst schon Stichwort Tunnel dann strahlendes Licht ist sicher maßgeblich geprägt von Nahtodberichten und auch wie denn dort das jenseits oder wie auch immer man es dann benennen möchte aussehen könnte.

00:31:47: Trotzdem ob man eine Nahtodorfahrung als Hinweis auf einen Jenseits versteht?

00:31:52: Das bleibt letztlich immer ne persönliche Frage.

00:31:55: Genau deshalb will ich jetzt von Johannes wissen, wie interpretiert er heute seine Nahtoderfahrung und das was er da erlebt hat.

00:32:03: Seine Antwort hat uns dann doch überrascht.

00:32:07: Hat es etwas mit dem Leben nach dem Tod für dich zu tun?

00:32:10: Also dass was du erlebt hast ist es für dich ein Jenseits?

00:32:13: oder wie interpretierst du und definierst Du das für Dich?

00:32:16: Ja... Das wird ganz absurd!

00:32:23: Ich das im Verstanden hab und integriert habe für mich diese Erfahrung.

00:32:29: Es gibt es eigentlich kein Leben nach dem Tod, dieser Ort wo ich damals war also diese Einheit dieses Alleinsein dieses Licht das ist die Realität?

00:32:40: Das ist die Wahrheit?

00:32:42: Das Leben ist die Illusion!

00:32:45: Das heißt nicht dass ich jetzt nachdem mein Körper aufhört geht da was weiter sondern ich gehe eigentlich wieder nach Hause und das macht... deswegen hab' ich für mich dieses Gefühl von so stark gefühlt.

00:33:00: Und was heißt es dann für Sterben?

00:33:02: Also, wie blickst du da drauf heute und auf den Tod?

00:33:07: Also diese Todeszenensucht ist jetzt nicht mehr da.

00:33:12: und aber weiß ich auch dass irgendwann der Zeitpunkt kommen wird wo das hier was sich ja machen ob das jetzt sind jetzt die fünftig sechzig-siebzig Jahren einem jahr morgen noch immer soweit ist dafür habe ich keine Angst und das ist okay.

00:33:30: Dann geht's nach Hause.

00:33:31: Das heißt, du hast keine Angst vom Tod, vom Sterben.

00:33:36: Die Frage beantworte ich, wenn ich euch den Zoom-Link geschickt habe!

00:33:38: Okay... Ein Cliffhanger!

00:33:40: Deswegen schaust du mal auf die Zeit!

00:33:43: Wir machen den Cliffhänger jetzt nicht – keine Sorge….

00:33:45: wir haben es noch erfahren auch wenn erst einmal unsere Zeit im Zoom Call abgelaufen war.

00:33:50: Wir haben da leider keinen Abo, ziemlich unprofessionell von uns.

00:33:54: Johannes aber schon?

00:33:55: Er schickt uns einen neuen Link und löst auf?

00:33:58: Nein er hat keine Angst vor dem Tod.

00:34:00: Ich hoffe, es wird schmerzlos sein.

00:34:02: Weil ich habe jetzt keine Lust, das unter Schmerzen zu erleben.

00:34:05: Aber was ich weiß ist dass der Punkt kommt wo dann das Eintritt, was ihr erlebt habt das dann der Frieden einkält und die Schmerze sind nun Übergang

00:34:18: Was sich auf jeden Fall mitten im Werde Das was kurz vor dem Tod passiert kann auch ein scheinbar schöner Moment sein.

00:34:24: Ich stelle mir vor, dass auch Menschen die ich kenne und die gestorben sind vielleicht etwas ähnliches noch erlebt haben Und das ist irgendwie berühmt.

00:34:34: Das war Folge zwei von Warum hast du keine Angst vor dem Tod?

00:34:39: In der kommenden Folge lernt ihr Sophia kennen, mit thirty-fünf hat sie ganz plötzlich die Liebe ihres Lebens und den Vater ihres Kindes verloren.

00:34:53: Einfach so.

00:35:03: Fast jeder wird einmal trauern, aber warum fällt es uns so schwer über Verlust und Abschied zu sprechen?

00:35:10: Wir sehen heute oft in Gesprächen was das anrichtet

00:35:13: mit den Leuten.

00:35:14: dieser fehlende Zugang

00:35:15: zum

00:35:16: Sterben und zum Tod dass er die Leute zutiefst verunsichert und ihnen furchtbare

00:35:21: Angst macht.

00:35:22: Das war Warum hast du keine Angst vor dem Tod?

00:35:25: ein Podcast von Welt Redaktion und Storytelling Clemens Handke und Sophia Hegelberger.

00:35:50: Übrigens, wenn ihr noch mehr zum Thema Trauer und Tod erfahren wollt dann schaut gerne vorbei auf unserer Website zum Podcast.

00:35:56: Der Link ist in den Shownotes.

00:35:57: Dort findet ihr auch alle weiteren Interviews und Hintergründe zu unserem Projekt sowie Bonusmaterial.

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