Buchen Sie jetzt über Seven.One Audio eine individuelle Native Producer Read Ad, gesprochen von einer authentischen Sprecherstimme.

Mehr Informationen finden Sie hier!

Weiblicher Orgasmus: Warum kommen Frauen überhaupt?

Shownotes

Wozu gibt es den weiblichen Orgasmus – wenn er für die Fortpflanzung gar nicht zwingend notwendig ist? In dieser Folge von „Aha! Zehn Minuten Alltagswissen“ geht es um eine Frage, die die Forschung schon lange beschäftigt. Evolutionsbiologin Prof. Michaela Pavlicev von der Uni Wien erklärt, welche wissenschaftlichen Hypothesen es zum Ursprung des weiblichen Orgasmus gibt – und warum er möglicherweise ein evolutionäres Überbleibsel ist: ein Relikt aus einer Zeit, in der der Eisprung noch durch sexuelle Stimulation ausgelöst wurde.

Im zweiten Teil beantworten wir eine Hörerfrage: Warum strecken wir manchmal die Zunge raus, wenn wir uns stark konzentrieren?

Hier geht es zur Studie "The Evolutionary Origin of Female Orgasm": https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27478160/

Studie: “An experimental test of the ovulatory homolog model of female orgasm”: https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.1910295116

Und zur Studie zum Thema Zungerausstrecken: “Slip of the tongue: Implications for evolution and languagedevelopment”: https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0010027715000840

"Aha! Zehn Minuten Alltags-Wissen" ist der Wissenschafts-Podcast von WELT. Wir freuen uns über Feedback an wissen@welt.de.

Produktion: Sebastian Pankau Redaktion: Sophia Häglsperger

Impressum: https://www.welt.de/services/article7893735/Impressum.html https://www.welt.de/services/article157550705/Datenschutzerklaerung-WELT-DIGITAL.html

Transkript anzeigen

00:00:00: Anders als Männer müssen Frauen keinen Orgasmus haben, um sich vorzupflanzen.

00:00:04: Und trotzdem können sie einen haben – wozu also?

00:00:07: Oder ist der weibliche Orgasmos vollkommen sinnlos und nur zu reinen Lust da?

00:00:11: Fest steht, um den weiblichen Höhepunkt ranken sich einige Mythen!

00:00:15: Was wir wissenschaftlich wirklich über seinen Ursprung und seine Funktion wissen, darum geht es in dieser Folge.

00:00:20: Und dann beantworten wir eine höherer Frage nämlich warum wir manchmal wenn wir uns doll konzentrieren die Zunge rausstrecken.

00:00:27: Ich bin Sophia Hegelzberger, herzlich willkommen bei Aha!

00:00:39: Frauen kommen seltener beim Sex als Männer.

00:00:42: Und lange wurde kaum zu weiblicher Anatomie und Lust geforscht.

00:00:46: Umso bemerkenswerter ist das die Frage nach dem weiblichen Orgasmus.

00:00:49: schon viele wichtige und jahrmännliche Denkerumtrieb.

00:00:53: Schon Aristoteles hat darüber nachgedacht, später Siegmund Freud mit seiner heute ziemlich überholten Unterscheidung zwischen klitoralem und vaginalem Orgasmus.

00:01:01: Aber was sagt denn nun die Wissenschaft?

00:01:03: Warum kommen

00:01:04: Frauen?!

00:01:05: Eine Studie liefert dazu eine spannende Erklärung!

00:01:08: Der weibliche Orgasmos könnte vielleicht ein evolutionäres Überbleibsel sein.

00:01:12: Darüber spreche ich jetzt mit Professor Michaela Pavlicev – sie ist Evolutionsbiologin an der Universität Wien und hat untersucht woher der weiblichen Orgasmuss kommen könnte….

00:01:24: Herzlich willkommen Frau Professor Pavlicev.

00:01:26: Guten Tag!

00:01:27: Wenn wir mal ganz grundsätzlich fragen, warum können denn Frauen ein Orgasmus haben?

00:01:32: Was ist da heute die überzeugendste wissenschaftliche Anwarme?

00:01:36: Ich werde mit Gegenfrage anfangen und fragen Warum denn

00:01:40: nicht?!

00:01:40: Und das ist vielleicht auch eine ganz gute Frage weil... Die Denkweise ist dadurch, dass wir keine klare Funktion für die Reproduktion erkennen können.

00:01:49: Das heißt, Frauen können auch schwanger werden ohne dass sie Orgasmus haben.

00:01:54: Da tut sich dann die Frage stellen natürlich warum es das Merkmal ja noch da und wir haben um genau zu sagen eigentlich nicht daran gearbeitet warum der Orgasmos noch da ist.

00:02:06: unsere Arbeit besteht eher daraus Rolle je eine Reproduktionsrolle gehabt.

00:02:16: Was war die vielleicht?

00:02:17: Also woher kommt das Merkmal in Evolution?

00:02:21: Sie haben schon gesagt, noch also jede Hypothese geht ja eben davon aus dass es was evolutionsbiologisches ist, dass der weibliche Orgasmus da mit dem Eisprung zusammenhängt.

00:02:31: Vielleicht können sie uns das einmal erläutern.

00:02:34: Ja aber was wir beobachtet haben ist das beim Frauenorgasmus ein Reflex ausgelöst wird und du haust auch ein Dokrine Ausschüttung bedeutet.

00:02:43: Und diese endokrine Ausschützung ist eigentlich sehr ähnlich zu einem anderen Reflex in anderen Tieren, und zwar zudem Reflex bei der kopulationinduzierten Ovulation.

00:02:54: Das heißt die Eisprung in manchen Tieren wird erst dann ausgeführt als die Tiere kopulieren.

00:03:01: das heißt sie klieren nicht, sie ovulieren wann Sie ihren Partner treffen.

00:03:06: Und dieser Ähnlichkeit war das erste was uns dazu bewegt hat sich zu fragen könnte es sein?

00:03:11: Das, was wir haben – natürlich unser Zyklus ist aber endogen.

00:03:15: Wir ovulieren nicht nach der Kupulation.

00:03:18: Könnte es sein, dass es da eine Verbindung gäbe?

00:03:21: Dass das eigentlich die beiden Formen einen gemeinsamen Ursprung hätten.

00:03:26: Und wie haben Sie das untersucht?

00:03:28: Wir haben jetzt gehört bei Tieren war das der Fall.

00:03:30: Ihre Studie hatte auch etwas mit Könnienchen zu tun.

00:03:32: Genau!

00:03:33: Wir haben zuerst eine theoretische Studie gemacht also eine Literaturstudie und danach auch eine Experimentelle.

00:03:39: Es gab drei so Typen von Evidenz, das uns dazu geführt haben diese Hypothese zu stellen.

00:03:45: und zwar wissen wir dass wenn wir ein phylogenetisches Baum machen also über die Tiere uns anschauen wer mit wem wie verwandt ist.

00:03:53: Dann kann man sehen dass die Tiere die tatsächlich dieser induzierter Art von Ovulation haben dass das scheinbar ein Merkmal ist, dass älter er ist als diese Art von Zyklus.

00:04:05: Das heißt es ist etwas Ursprüngliches.

00:04:07: Das war das eine und das andere war, was wir uns angeschaut haben.

00:04:11: Welche Tierarten den induzierten Allsprung haben und welche produktive Genitalanatomie sie haben, haben wir bemerkt, dass die Tiere, die eigentlich eine Induktion brauchen zum Eisprung.

00:04:25: Die haben einen meistens der Clitoris näher an Kompolationskanal und die Tiere, die keine Induktion brauchen bei denen ist Clitorus oft ein bisschen entfernt von Kompoleationskanalen.

00:04:38: also es wird nicht immer stimuliert und das war für uns ein Hinweis dass möglicherweise die Stimulation von Clitorist da ein Hint gibt dass es vielleicht notwendig ist bei denen die Eisprünge nur bei der Kooperation haben als eine spätere Entwicklung eben nicht mehr.

00:04:54: Also das war so ein Hind, dass etwas Historisches ist und möglicherweise weggegangen ist.

00:04:59: Das war die erste Studie.

00:05:01: Die zweite haben wir dann gemacht weil natürlich jede solche Präparationshypothese braucht eine experimentelle Stütze.

00:05:09: Und die Idee war, dass eine Konsequenz unserer Hypothese ist dieser Reflex für Einsprung notwendig ist zum Beispiel bei Hasen.

00:05:17: Hasen ovulieren nach der Kooperation.

00:05:19: Das wäre eigentlich etwas, was homolog ist.

00:05:22: Also ein Gegenstück von unserem Orgasmus.

00:05:25: also wenn unsere Idee richtig ist dann müssten wir diese zwei Sachen vergleichen können.

00:05:30: und da haben sie uns überlegt naja das würde eigentlich heißen dass die Wege wie man Orgasmos behindert müssen in diesen Tieren Kaninchen in dem Fall tatsächlich auch den Eisprung behindern.

00:05:44: Ein bekannter Mittel, das Orgasmus bei Menschen blockiert ist Fluoxetin.

00:05:49: Auch bekannters Prosa, also ein Antidepressivum und wir haben tatsächlich das auch dann verwendet.

00:05:55: Wir haben den Kaninchen Fluoxetin gegeben über zwei Wochen sie dann kopulieren lassen und dann beobachtet ob der Einsprung beeinträchtigt worden ist.

00:06:05: Und es war tatsächlich der Fall, dass es nicht ganz weggegangen ist.

00:06:09: Ich muss auch dazu sagen, dass Evolution natürlich nicht so funktioniert und die Kaninchen sind von dieser Verzweigung weit entfernt.

00:06:16: Das heißt das ist nicht eins zu eins natürlich zu erwarten aber es war signifikant.

00:06:21: Wir sind schon ziemlich der Meinung, dass die Ursprung vom Merkmal bei uns jetzt ein weiblicher Orgasmus heisst schon am Ursprung durchaus eine produktive Rolle gespielt hat, aber schon lange nicht mehr und zwar schon bevor die Primatenlinie sich verzweigt hat.

00:06:38: Also nie in Menschenleben!

00:06:40: Also nicht in den Menschen Evolutionen.

00:06:43: Und wenn ja jetzt der weibliche Gasmund seine ursprüngliche Funktion verloren hat zur Hypotese kann man dann davon ausgehen dass er vielleicht neu hinzugewonnen hat weil wir sind bei meiner Recherche noch so ein paar andere Theorien entgegengeschlagen sowas wie Auswahl der Partner Bindung fördern.

00:07:00: Kann das sein, dass sich das einfach ein bisschen verändert hat dann?

00:07:03: Absolut.

00:07:03: Nach wie vor ist es weiter bestehen von dem sehr komplexen Merkmal eine große Frage.

00:07:09: Normalerweise wenn die Merkmale keine Funktionen haben muss nichts sein, daß sie ganz weggehen.

00:07:15: aber zumindest Die Komplexität löst sich ein bisschen auf und so.

00:07:18: Und das ist nicht der Fall, also die Frage ist nach wie vor offen.

00:07:21: es spalten sich ein bischen so die Meinungen.

00:07:24: muss es reproduktiv gebunden sein?

00:07:27: kann es andere Funktionen was weiß ich Immunsystem oder was weiß Ich etwas anderes haben?

00:07:33: Es scheint so die Studien die auf den Populationen gemacht worden sind die eigentlich die produktive Funktion aufwangen müssten haben keinen klaren Ergebnis, dass es da einen Effekt auf reproduktive Fitness gibt.

00:07:48: Es sind natürlich große Diskussionen darüber ob es adaptiv für die Reproduktion ist oder nicht.

00:07:55: Eine große Frage wäre natürlich wir wissen das die Frauen eher ein Orgasmus in homosexuellen Sex haben als in heterosexueller und das wäre schon ein bisschen merkwürdig wenn das dann eine reproduktiver Funktion haben sollte und ähnliches.

00:08:12: Okay, ja sehr spannende Einblicke.

00:08:14: ich bedanke mich fürs Gespräch.

00:08:15: Frau Professor Pavlicev Danke

00:08:17: sehr!

00:08:17: Und wir machen hier jetzt weiter mit einem ganz anderen Thema.

00:08:20: Wenn man sich so richtig auf etwas konzentriert da kann es schon mal passieren dass man dabei die Zunge rausstreckt.

00:08:26: Unsere Hörer Christian wollte wissen warum das so ist und dem gehen wir jetzt mal nach.

00:08:32: Warum ist

00:08:33: das so?

00:08:34: Die kleine

00:08:34: Alltagsfrage Manche Menschen strecken, wenn sie sich fokussieren unbewusst ihre Zunge raus.

00:08:40: Zum Beispiel beim Zeichnen oder Schreiben.

00:08:42: Besonders kleine Kinder machen das oft!

00:08:45: Warum ist nicht ganz geklärt?

00:08:46: Es gibt aber einige Theorien in der Wissenschaft.

00:08:49: Forschende haben im Jahr zwölfzehn eine Studie mit vierjährigen Kindern durchgeführt.

00:08:53: In der Studie mussten die Kinder verschiedene Aufgaben lösen.

00:08:57: Manche davon fein motorisch wie das Öffnen eines Schlosses andere eher grob motorisch als ein Klopf spielen.

00:09:03: Bei einer weiteren Aufgabe mussten die Kinder sich Dinge merken.

00:09:06: Bei allen Aufgaben streckten sie ihre Zunge raus Die Bereiche im Gehirn, die zum einen für das Sprechen und zum anderen für die Bewegung der Hände- und Arme zuständig sind, sind eng miteinander verbunden.

00:09:18: Sie liegen in der linken Gehirnhälfte.

00:09:20: Forschende vermuten dass sich unsere Sprache aus der Kommunikation mit Handgästen entwickelt hat.

00:09:25: Dass sich die Zunge mit bewegt wenn sich Hände und Armen bewegen ist quasi ein Überbleibsel davon.

00:09:30: Ein weiterer Grund für das Zungerausstrecken könnte sein, unsere Zunge tastet ständig unseren Mund ab und sende Signale ans Gehirn.

00:09:38: Dass Raustrecken und Draufbeißen bzw.

00:09:41: Einklemmen zwischen den Lippen fixiert die Zunge und sorgt dafür dass wir vielleicht mehr Gehirnekapazitäten für das Lösen von schwierigen Aufgaben haben.

00:09:49: Im Alter von etwa sechs Jahren hören Kinder auf ihre Zunge rauszustrecken.

00:09:53: Eine Theorie lautet Wir lernen die Zunge im Mund zu behalten weil es eben eher unseren kulturellen Konvention entspricht.

00:10:00: Danke an Leo Zens für diese Recherche zum Zungenrausstrecken.

00:10:03: Wenn euch diese Folge gefallen hat und ihr etwas Neues für euch mitnehmen konntet, dann freue ich mich sehr wenn ihr uns auf der Plattform Eures Vertrauens eine Bewertung dar lasst.

00:10:12: oder noch besser!

00:10:13: Ihr empfehlt diesen Podcast Freundinnen und Freunden von euch.

00:10:16: das hilft uns immer sehr Und mich interessiert natürlich!

00:10:19: Wollt ihr noch mehr zum Thema Orgasmus wissen?

00:10:21: Dann schreibt uns sehr gerne oder kommentiert diese Folge.

00:10:25: Damit sag' ich Tschüss für heute.

00:10:26: Mein Name ist Sophia Hegesberger und bis bald.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.