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Diagnose Brustkrebs - und dann?

Shownotes

Was heißt es, plötzlich die Diagnose Brustkrebs zu bekommen? Was hilft in dieser Situation? Und wie sieht für Betroffene ein Leben nach der Behandlung aus? Das erzählt in dieser Folge von "Aha! Zehn Minuten Alltagswissen" Katy. Danach ordnet die Onkologin und Leiterin des Brustzentrums und der onkologischen Tagesklinik LMU München, Frau Prof. Nadia Harbeck, medizinische Hintergründe ein, etwa zur Frage, wann man als krebsfrei gilt und warum Anschlussbehandlungen oft über Jahre notwendig sind.

Hier geht es zu einer weiteren Folge zum Thema Brustkrebs: "Wie man Brustkrebs frühzeitig erkennt und individuell behandelt" Spotify / Apple Podcasts

"Aha! Zehn Minuten Alltags-Wissen" ist der Wissenschafts-Podcast von WELT. Wir freuen uns über Feedback an wissen@welt.de.

Produktion: Sermet Agartan Redaktion: Sophia Häglsperger

Impressum: https://www.welt.de/services/article7893735/Impressum.html https://www.welt.de/services/article157550705/Datenschutzerklaerung-WELT-DIGITAL.html

Transkript anzeigen

00:00:00: Wie Brustkrebs entsteht, wie man ihn frühzeitig erkennt und wie er behandelt werden kann haben wir bereits bei AHA besprochen.

00:00:07: Aber was heißt es wirklich plötzlich eine positive Diagnose zu bekommen?

00:00:11: Was hilft in dieser Situation?

00:00:13: Und wie sieht für Betroffene ein Leben nach der Behandlung aus?

00:00:17: Das kann wohl niemand so gut beantworten als eine Frau die selbst am Brustkriebs erkrankt war.

00:00:22: Deshalb habe ich in dieser Folge zwei Gesprächspartnerinnen Katy, einundvierzig die seit September zwartesunddreiundzwanzig tumorfrei lebt und aktuell eine Anti-Hormontherapie macht.

00:00:32: Und eine Onkologin, die für uns medizinische Fragen klärt.

00:00:36: Ich bin Sophia Hägelsperger.

00:00:38: schön dass ihr zuhört.

00:00:39: Aha!

00:00:41: Zehn Minuten

00:00:42: Alltagswissen

00:00:44: Ein Podcast von Welt.

00:00:52: Die Diagnose Brustkrebs verändert das Leben von einem Moment auf den anderen.

00:00:56: Es beginnt eine intensive Zeit mit Untersuchungen, Therapien und vielen Unsicherheiten.

00:01:02: Doch was passiert eigentlich danach?

00:01:05: Wenn die Behandlung abgeschlossen ist und der Krebs nicht mehr nachweisbar ist!

00:01:09: Ist dann wirklich alles

00:01:09: vorbei?!

00:01:11: In dieser Folge spreche ich mit Katy über ihren Weg – und anschließend stelle ich meine Fragen an Prof.

00:01:16: Nadja Haabek.

00:01:18: Sie ist die Leiterin des Brustzentrums und der Onkologischen Tagesklinik der LMU München.

00:01:29: Kathi, kannst du dich noch erinnern an dem Moment als du damals die Diagnose bekommen hast?

00:01:34: Ja ich kann mich da sehr gut dran erinneren.

00:01:37: Ich war super überrascht weil ich damit niemals gerechnet hätte.

00:01:41: also das war für mich eigentlich nicht mal eine Option im Kopf dass da jetzt irgendwie was rauskommt.

00:01:49: verrückterweise war mein erster Gedanke Kann ich jetzt noch mit meinen Kindern in Sommeruhr fahren?

00:01:55: Und dann brach so ein bisschen alles überein hinein.

00:01:58: Terminkause, wie bringe ich grundsätzlich meine Kinder irgendwie unter ... Was bedeutet das für mich?

00:02:05: Wie sage ich es meinen Eltern?

00:02:07: Ja, das waren glaube ich die ersten Sachen, die einen durch den Kopf gegangen sind.

00:02:10: So richtig anfangen konnte ich jetzt mit der Diagnose.

00:02:13: eigentlich erstmal nicht

00:02:14: so richtig was.

00:02:15: Welche Art von Brustkrebs war's denn bei dir und wie wurdest du behandelt?

00:02:20: Das war ein hormoneller Brustkrebs.

00:02:23: Zu ninety-fünf Prozent Estrogenen, verantwortlich.

00:02:27: und ja ich musste eigentlich sofort mit der Chemo anfangen.

00:02:32: also mein Tumor war fünf Zentimeter groß.

00:02:35: man konnte den dann auch wirklich von außen quasi schon so sehen.

00:02:41: Ja, ich hatte eigentlich die Standardtherapie, sag' ich mal.

00:02:44: Also von der Chemo her das sind sechzehn Einheiten also viermal EC und zwölf Mal Pachlitaxil mit den Antikörper noch dazu.

00:02:55: Und ja was danach mit Bestrahlung oder so noch kommen würde?

00:02:59: Das...ja darauf hat man mich vorbereitet!

00:03:01: Das musste ich am Ende nicht machen.

00:03:02: aber bei mir konnte auch nicht brussterhaltend operiert werden.

00:03:05: Deswegen konnte man dann zum Glück auf die Bestrahlung verzichten.

00:03:09: Jetzt ist es ja so Selbst wenn man tumorfrei ist, geht ja meist noch eine Anschlussbehandlung weiter.

00:03:16: Steckst du da gerade noch drin?

00:03:17: Wie ist das bei dir?

00:03:19: Ja also man wird jetzt ziemlich früh darüber aufgeklärt dass es eine Anschlustherapie gibt bei den Frauen die hormonellen Brustkrebs hatten.

00:03:26: und am Ende muss man eben die Entscheidung treffen macht man das oder macht man nicht?

00:03:30: da habe ich mich ziemlich gegen gesträubt, weil die Nebenwirkungen so haasträubend sind.

00:03:35: Also man sagt immer so fünf bis zehn Jahre je nachdem wie die Therapie davor auch gelaufen ist.

00:03:41: das entscheidet man dann mit seinem Onkologen oder seiner Onklogin.

00:03:45: letztendlich gewöhnen wir sich sehr schnell daran sage ich mal wenn man wirklich einfach nur eine Tablette dann am Tag ist.

00:03:52: also nimmt aber ja so richtig diese ganzen Nebenwirkungen, die kommen halt erst später.

00:03:59: Also man musste sich auch wirklich erstmal daran gewöhnen... Ich hatte am Anfang da eigentlich das gesamte Spektrum von Depressionen womit ich persönlich überhaupt noch gar nicht in meinem Leben irgendwas zu tun hatte.

00:04:13: Ich bin ein superfröhlicher Mensch und optimistisch und auf einmal hatte ich da ganz schlimme Stimmungsschwankungen über ... ziemlich dolle Gelenkschmerzen, Hitzewallungen.

00:04:25: Also dieses typische, diese Wechseljahresbeschwerden.

00:04:29: Das bricht alles überein herein.

00:04:30: aber man hat das eigentlich im vornamen Feld leider gewusst.

00:04:35: Ich bin halt ständig um Osseporosezentrum weil man aus sephorose gefährdet ist.

00:04:40: also es geht ganz ganz massiv auf die Knochendichte und ich bin regelmäßig beim Augenarzt weil's ganz doll auf die Augen geht.

00:04:48: und ja man ist eigentlich leider immer noch sehr, sehr viel im Arzt.

00:04:55: Und ein großer Teil von den Arzt-Besuchen ist wegen dieser antihormonente

00:05:00: Abhebe.".

00:05:01: Okay... Gibt es denn etwas, was du unbedingt gern noch teilen würdest?

00:05:07: Was du sagst, das hätte mir geholfen damals zu wissen.

00:05:10: Was du jetzt gelernt hast auf deine Reisung!

00:05:12: Ich würde jedem empfehlen, podcastzuhören weil ich wirklich sagen muss Bücher.

00:05:21: Man kriegt da so viel Zeug um die Ohren gehauen, wenn man diese Diagnose bekommt?

00:05:25: Mir hat richtig, richtig doll geholfen am meisten vor euren Podcast zu hören.

00:05:30: Die hab ich dann zum Teil empfohlen bekommen also von Nicht-Betroffenen aber sie waren super und da wurde richtig erklärt was passiert in der Chemo?

00:05:40: wie kann ich mir das vorstellen?

00:05:42: Was tut weh... Also weil man hat auch gar keine Vorstellung was wird mir wirklich Schmerzen bereiten.

00:05:49: Man passiert auch ganz viel im Vornherein mit diesem Port, den man bekommt über die man nicht Chemo bekommt.

00:05:55: Und das sind alle Sachen, die weiß man natürlich gar nicht.

00:05:58: Die wusste gar nicht was ist ein Port und so weiter selbst obwohl ich meine Tante hatte und bestimmte Dinge von ihr kannte aber auch was man für Nebenwirkungen in der Chemo hat.

00:06:07: Kurzzeitfasten zum Beispiel, das hatten mich richtig gut durch die Chemo getragen.

00:06:13: Ja, also wirklich die besten Infos habe ich eigentlich hier über ein Podcast bekommen von Betroffenen, die da über ihre Reise erzählen.

00:06:20: Also ich würde auf jeden Fall jedem raten und hört Podcasts, hört euch in der Bekanntschaft um... Also mir war das nicht klar dass zum Beispiel bei meinen Eltern so viele betroffene Frauen da sind und dann Auf jeden Fall auf die Reha gehen.

00:06:35: Das habe ich erst so ein bisschen als so'n angestaubtes, veraltetes Angebot wahrgenommen nach meinen OPs.

00:06:44: Das war super!

00:06:45: Ja das ist jetzt auch absolut das was mir hängen geblieben ist dass es eigentlich so viele Personen gibt von denen man's eventuell nicht weiß wo man einfach mal das Gespräch in den Familien suchen kann.

00:06:55: Und auch total schön, dass du berichtest das du Netzwerk an Frauen kennengelernt hast über die Behandlungen.

00:07:00: Dass man sich austauscht von dem Wissen dann noch mal profitiert ähnlich was wir jetzt auch im Podcast machen, dass deine Geschichte vielleicht auch potenziell unseren Hörern und Hörerinnen hilft.

00:07:10: Danke dir für die Einblicke Kathi!

00:07:12: Ja sehr gerne ja das hoffe ich auch und ich wünsche wirklich allen einfach nur, dass sie einen klaren Kopf behalten könnt, dass ihr mir Herz hören auf wenn man sich nicht gut fühlt ist ja das normalste Ding der Welt in so einer Zeit, dann ist das total okay und dass es wirklich ganz viele Betroffene gibt.

00:07:30: Und die stehen alle super nah beieinander.

00:07:32: Und da ist man echt nicht

00:07:33: alleine.".

00:07:34: Und jetzt spreche ich hier mit der Onkologe im Professor Dr.

00:07:37: Nadja Haabek um noch einige medizinische Fragen zu dem was wir gerade gehört haben zu klären.

00:07:49: Herzlich willkommen Frau Prof Haabeks.

00:07:50: schön, dass Sie heute da sind!

00:07:52: Ja ich freue mich auch.

00:07:54: Ab wann gilt mir denn als Krebs frei?

00:07:56: Was bedeutet das genau?

00:07:57: können sie uns das einmal erklären?

00:07:59: Also bei der frühen Erkrankung von Brustkrebs ist ja die Hoffnung auf Heilungen sehr groß und das erreichen wir auch in den meisten Fällen.

00:08:07: Und die Patientinnen haben ihre Primärtherapie mit Operation Strahlentherapie, dann eben die Medikamente und die werden Anti-Hormontherapien zum Beispiel bis zu fünf Jahre gegeben.

00:08:21: Versprechen dass der Krebs nie wieder kommt kann man nicht.

00:08:24: bei den hormone-unempfindlichen Krebsarten triple negativ oder herzweib positiv, hormone receptor negativ kommt nach fünf Jahren dann in der Regel kein Rückfall mehr.

00:08:34: Das Stimme bei den hormones empfindlichen Kripstypen was ja die Mehrheit ist das da auch nach zehn, fünfzehn Jahren der Krebs noch wiederkommen kann.

00:08:43: Da können wir nur Wahrscheinlichkeiten angeben und sagen Wahrscheinlichkeit ist sehr niedrig dass der KreBS wiederkommt aber Rezitive können eben auch nach fünf jahren auftreten.

00:08:53: Alles klar.

00:08:55: Und wir haben es gerade gehört, Katy macht eine Anti-Hormontherapie und hat dazu erst starke Nebenwirkungen.

00:09:01: Untervor auch lang mit sich gerungen mache ich's oder mach' ich das nicht?

00:09:05: Deswegen die Frage an Sie, welchen Zweck verfolgt denn die Therapie genau und warum kommt zu solchen krassen Nebenwirkungen?

00:09:12: Der Brustkrebs ist ja nicht eine Erkrankung der Brust, sondern des ganzen Körpers.

00:09:16: Das heißt, wovor wir Angst haben und was wir versuchen mit dem Medikamenten zu bekämpfen sind Tumorzellen die in den Körper schon ausgestreut haben.

00:09:24: das kann auch schon vor der Biopsy passiert sein, vor der Operation Und diese Tumorenzellen versuchen wir mit einer Anti-Hormontherapie abzutöten.

00:09:33: wenn die Tumorezellen Hormone Rezeptur positiv sind.

00:09:36: Das heisst wie entziehen diesen Tumoorzellen dadurch die Nahrung und das führt dann dazu, dass sie absterben.

00:09:43: Und die Anti-Hormontherapie geben wir heute über mindestens fünf Jahre, weil eben Zellen auch so in einen Art Schlafzustand verfallen können – das nennt man sogenannte Dormency-, und dann können Sie zum Beispiel im Knochenmark in diesen Schlaf-Zustand fallen und deswegen muss man die Hormon-Therapie etwas länger geben damit man diese Zellen dann erwischt.

00:10:03: Anti-hormon Therapie nimmt dem Tumor Östrogene weg, die als Nahrung dienen können und deswegen macht dieser Oestrogenentzug natürlich auch am Körper Nebenwirkungen.

00:10:13: Das können Wechseljahres beschwerden sein das können Muskelskelett Beschwerde vor allem bei den Aromatase manseine.

00:10:20: bei jungen Frauen verbinden wir oft die Anti-Hormontherapie mit einer Ausschaltung der Eierstockfunktion um sie noch wirksamer zu machen wirklich den Hormonenzug noch zu verstärken und es macht dann entsprechende Nebenwürkungen.

00:10:34: Und was wäre die Alternative, wenn ich keine Anti-Hormontherapie machen will?

00:10:40: Sind die Zahlen da?

00:10:41: Sprechen die dagegen.

00:10:42: Also sollte man es auf jeden Fall machen.

00:10:44: Was ist da Ihre Einschätzung?

00:10:48: Betreuenden Arzt, Ärzte natürlich beraten lassen.

00:10:51: Wie hoch sind meine Heilungschancen insgesamt?

00:10:53: Das hängt ab vom Lymphknotenbefall von der Tumorgröße, von dem Grading wie aggressiv der Tume unter Mikroskop aussieht und vielen anderen Faktoren.

00:11:03: Daraus kann man dann Heilungsschancen ein bisschen quantifizieren.

00:11:08: Man weiß, dass eine Antiehormontherapie die Heilungschancen um etwa ein Viertel verbessert.

00:11:12: Das heißt wenn meine Heilungschancen etwa bei achtzig Prozent liegen dann kriege ich da etwa fünf Prozent raus.

00:11:20: Wenn meine Heilungschancen bei über neunzig Prozent legen, dann verbessere ich letztlich vielleicht meine Heilungenchancen.

00:11:29: Prozent und das kann man natürlich abwägen.

00:11:31: Man muss aber auch wissen, dass die Anti-Hormontherapie auch die Gegenseite vom Brustkrebs schützt.

00:11:36: Das heißt, man hat eine Prävention auf der Gegenseit und eine Behandlung des Brust Krebses, der bereits diagnostiziert wurde.

00:11:44: Jetzt müssen Sie mir noch mal erklären was meinen sie mit der Gegensite?

00:11:47: Die andere Brust.

00:11:49: Da schütz die Anti Hormon Therapie vor einem Auftreten von Brustkriebs.

00:11:54: Man hatte ein gewisses erhöhtes Rückfallrisiko.

00:11:57: Also man kann sich überlegen, ist es mir das wert?

00:12:00: Wenn meine Heilungschancen bei über ninety-fünf Prozent liegen dann bringt mit die Antihormontherapie mehr Schutz für die Gegenseite als eine Therapie der bereits erkrankten Seite.

00:12:10: also am besten vertrauensvolle Gespräche Therapie für einen Arzt oder Ärztin und da eben besprechen, was gibt es für Möglichkeiten wie hoch ist mein Nutzen durch die Therapie.

00:12:21: Und kann man vielleicht auch bei den Nebenwirkungen irgendwas machen um dagegen zu steuern?

00:12:25: Es gibt ja verschiedene Medikamente.

00:12:27: Man kann für Scheidendrockenheit östrogenhaltige Creme- oder Zäpfchen für die Scheide bekommen.

00:12:33: Es gibt jetzt auch neue Medikamente, die man einnimmt für Hitzeballungen zum Beispiel.

00:12:38: Wenn das das große Problem ist oder man kann den Knochen mit anderen Dingen stützen – Sport-, Bewegung-, Ernährung und natürlich auch Medikamente speziell für den Knochen.

00:12:48: Also immer schauen was sind die Probleme?

00:12:50: Wie kann man helfen?

00:12:51: Und wie gesagt es gibt verschiedene Möglichkeiten und jede Antihormontherapie ist besser als gar keine Antihomontherapeut.

00:12:59: Vielen Dank für die medizinische Einordnung!

00:13:01: Danke Frau Habeck Gerne.

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